Buhnismus – Meinung und Eifer geht vor Wissen und Erkenntnis

Aus gegebenem Anlass ist es Zeit, erneut „wider den Buhnismus“ die Stimme zu erheben.

Kaum, dass vor einer Woche gleich zu Jahresbeginn eine einzige Hochwasserwelle den Stränden vor Heiligenhafen die letzte Substanz genommen hat, und gerade jetzt da ich diese Zeilen schreibe erneut eine sturminduzierte Hochwasserwelle „offene Flanken“ in den massiv angegriffenen Dünen aufbricht und weitere Schäden mit sich bringt, läuft auch in den unsozialen Netzwerkseiten eine neue Welle von irreführender Desinformation und unverständiger Kommentierung, um das längst und offensichtlich fehlgegangene „Konzept“ der „Test-Buhnenfelder“ trotz aller berechtigten Kritik weiter voran zu treiben.
Die Pläne dazu, getragen vom fortgesetzten Versagen der städtischen Politik, die ein unvoreingenommenes offenes Diskussionsklima nicht herstellt, liegen längst schon in den Schubladen des Eigentümers der Strände, und das ist nicht mehr direkt die Stadt Heiligenhafen selbst!
Und nicht dass diese von blindem Eifer getriebene Welle unausgegorener, im schlechten Sinne laienhafter und dilettantischer Vorstellungen in den nicht nur aus meiner Sicht geradezu fürchterlichen Fratzenbuch-Meinungsabsonderungsgruppen hinter dort verschlossenen Türen verborgen bleibt, nein, der tatsächlich lediglich zweidimensionale Unverstand ist jetzt am Montag, den 07. Januar 2019, in Form eines Leserbriefes in der  Heiligenhafener Post  erneut in die breite Öffentlichkeit hervorgekrochen. Ich beziehe mich hier auf den bei Erstellung dieses Textes aktuellen Leserbrief (HeiPo 07.01.19 Seite 4) des in diesen Webseiten mehrfach bereits zitierten Herrn Olaf Eggers, der als polarisierender Verfechter des höchst fragwürdigen Testbuhnenfeld-Konzeptes und Buhnenberater der HVB längst eine Person des wenigstens lokalen öffentlichen Interesses ist.

Wer ausgeteilt hat wie er, muss dieses hier auch aushalten!

Stimmungsmache und das Niederkämpfen sehr wohl fachlich begründeter Sichtweisen, mir initial durch den Herrn Eggers seit Abdruck einer auf zwei Teile gesplitteten Darstellung der hydrogeologischen Verhältnisse vor den Wardern aufs Heftigste entgegengeschlagen, ist mindestens ein überaus schlechter Stil. Das kann nicht hingenommen werden, zumal wir alle teuer dafür bezahlen. Und mein besonderes Mitgefühl gilt gerade in dieser Nacht den Besitzern der Graswarder-Villen, die fachlich offenbar keinen guten Rat finden und allein gelassen um ihre Häuser bangen müssen, mit deren idyllischem Anblick sich sonst so viele schmücken.

Unverändert aktuell: „Durchlässige Pfahlbuhnen sind wirkungslos!

Um es Ihnen leichter zu machen, den dazu detailliert von mir erstellten durchaus wissenschaftlich einzuordnenden Text zu lesen und hoffentlich an meinungsoffene Menschen weiter zu verbreiten, habe ich den seit 26. November 2017 in diesen meinen Webseiten gezeigten Inhalt in ein besser druckbares PDF umgesetzt, welches Sie hier aufrufen und somit herunterladen und ausdrucken können.

>>> ausdruckbares PDF „Kritik an durchlässigen Holzpfahlbuhnen“ aufrufen<<<

Bitte lesen Sie das! Diskutieren Sie das! Prüfen Sie das!
Und gehen Sie an die Strände Heiligenhafens. Schauen Sie selbst, denn Photos sind nur eine Sekundärquelle. Deren Aufnahme und Auswahl in der Bereitstellung ist oft schon eine Manipulation, denn erklärt das spektakuläre Bild den zugrunde liegenden Mechanismus? Hat der Photograf tatsächlich erkannt und verstanden, um was es wirklich geht? Oder dessen Betrachter, der sich aus dem Bild eine Meinung bildet und damit weiterzieht?

Und gehen Sie unbedingt an den in allen Diskussionen immer wieder übersehenen Strandabschnitt an DLRG-Turm 1 am Seepark, vom Strandaufgang dort bis zum Strandbistro „Sunset“, ganz im Westen. Warum trotzt dieser Strandabschnitt seit vielen Jahrzehnten schon ein um’s andere mal allen Stürmen und Hochwasserereignissen, obwohl an der exponiertesten Stelle unserer gesamten Küste hier gelegen?

Ist sehen, denken und verstehen so schwer?

Nehmen Sie sich als weiteren Ausgangspunkt beim Lesen meiner Webseiten mal die letzten Absätze (…das „Fazit“) meines Artikels vom 12. Oktober 2017 vor. Achten Sie auf die Begriffe „falsche Annahme“, „Konzept“, „Monitoring“ und „Rostaufnahme“. Das ist ein durchaus tauglicher Einstieg, um tieferem Verständnis festgefressener Positionen näher zu kommen.

>>click<< … mehr dazu

Grenze des politisch Zulässigen überschritten

Aus dem Lehrstück nach dem Muster „quick and dirty“ in Zusammenhang mit der Projektvorstellung eines Vorhabens der Ketten-Systemgastronomie an einem schlichtweg konkurrenzlos bevorzugten Standort aus dem vorgeblichen Eigentum der HVB habe ich in einem wohl nicht so offensichtlich zu findenden Kommentar davon gesprochen, dass nach meinem Demokratie-Verständnis nun die Grenze des politisch Zulässigen überschritten worden ist.

Die Diskussion sollte viel größer gefasst werden. Es geht nicht darum, ob dieser Interessent hierher passt, in die örtlichen Strukturen, an diesen Standort, in die gegeben problematische Verkehrssituation. Nein. Es geht grundsätzlich deutlicher denn je um die Konstruktion der Auslagerung wesentlicher Teile des Verwaltungshandelns in einen privatrechtlich aufgestellten „Eigenbetrieb“ namens HVB.

Im Vorfeld der anstehenden Kommunalwahlen ist zu untersuchen, ob der Eigenbetrieb nicht längst schon ein unkontrollierter Hofhund ist, der seine Leine abgestreift hat. Eine Analyse der heutigen Lage vor dem Hintergrund der ursprünglich mit dieser Privatisierung verbundenen Hoffnungen, Erwartungen und Vorgaben ist an der Zeit. Der Ruf nach „Re-Kommunalisierung“ kommt. Hier von mir.
Wir haben Doppelstrukturen, die vielleicht ursprünglich erhoffte Effizienzgewinne wieder zunichte machen:
Hier eine Stadtmanagerin, dort einen touristischen Leiter. [Ein Ergebnis: In der Innenstadt die leise Kult(o)urnacht, laut nächtlich über den Binnensee wabernde Beats einer mehrtägigen open-air-Veranstaltung auf der anderen Seite — zur gleichen Zeit!]
Hier eine fachlich versierte Bauabteilung, dort der Zukauf externer Experten.
Ursprünglich einmal ein Hafenamt und politisch begleitend ein Hafenausschuss. Dort ein Vorgehen in maritimen Fragen, das mit „Guter Seemannschaft“ und kundigem nautischen Verständnis nichts mehr zu tun hat.

Waren Probleme einst zumindest einer verwaltungsrechtlichen Überprüfung im Rahmen verwaltungsüblicher Bescheide und Rechtsbehelfsbelehrungen zugänglich, herrscht heute ein Zustand von „Wild-West“ und Willkür mit entsprechender Verunsicherung bei einigen, die auf einen Hafen schlichtweg angewiesen sind. Trotz besseren Wissens betreibt die Geschäftsführung Verfahren, die mit Strafanzeige und in allen wesentlichen Punkten falscher „Versicherung an Eides Statt“ trotz besseren Wissens um die wahren Hintergründe unterlegt werden. Prozessbetrug? Beim Aufsichtsrat der HVB müssten schon lange alle Alarmglocken schrillen! Dazu kommt in meinen Webseiten mehr, in Verbindung zum Thema „Museumshafen“.

Letzterer entspringt gleichso wie nun das Fischbrötchen-Großvorhaben ebenfalls der unsäglichen Fassung der Begründung der 27. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Heiligenhafen, federführend erarbeitet von der HVB unter Mitwirkung des Planungsbüros SWUP, die nun wieder für GOSCH mit am Start sind.
Das Wort „Geschmäckle“ ist da nun noch eine Verniedlichung. Koordinierend dahinter die HVB.

Dieser Beitrag soll jetzt zuvorderst den Kommentar zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses von Montag, den 04.12.2017, von gestern spät an diese jetzt besser sichtbare Position in meiner Webseite heben. Die vorstehende angerissene Thematik unterlege ich noch mit aussagekräftigen Quellen. Schließlich wurde mir von Seiten mehrerer Stadtverordneter mehrfach anläßlich meiner Bürgerfragen vorgeworfen, ich könne das alles nicht beweisen (so Frau Stv. Rübenkamp, SPD). Das wären alles nur Vermutungen, Unterstellungen, Behauptungen (so u.a. der Bürgervorsteher Herr Gottfried Grönwald, BfH) …
Nun denn, sie wollen das ja wohl so offen haben.
Der Bürgervorsteher hat es lange in der Hand gehabt, im Rahmen seiner herausragenden organschaftlichen Stellung gemäß der Gemeindeordnung „diesen Ball flach zu halten“ — er hat nichts getan, um im Guten und im Stillen den lauten Knall zu vermeiden. Und ich war im November 2016 sogar extra in seiner Sprechstunde vorstellig geworden, um frühzeitig mit ihm über Konfliktvermeidung zu sprechen. Stattdessen hat der Bürgervorsteher sogar noch als Kopf der Stadtvertretung und Sitzungsleiter verkürzend aus (m)einem Schriftsatz an das Amtsgericht zitiert und darüber einen gegen die Gemeindeordnung/Kommunalverfassung verstoßenden Beschluss der Stadtverordneten herbei geführt, um mir das Stellen von Fragen an die Politik –das Recht dazu hat VERFASSUNGSRANG !– zu verbieten.
Und diejenigen, die im Parlament der Stadt ohnehin zumeist nur schweigend dasitzen und die Hand heben wie es im Vorfeld längst abgesprochen ist, die mich mit schnöder grußloser Nichtbeachtung (so u.a. der Stv. Panitzki, Bündnis90/Grüne) ausgrenzen wollen, sollten sich ernsthaft fragen, ob sie sich nicht besser endlich selbst einmal fragen, was denn eigentlich hier abgeht. Um mich als Person geht es jedenfalls nicht.

Den präsenter darzustellenden Text finden Sie dort: >>>KLICK<<<

Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 30.11.2017 im Rathaus

>>>Wichtiger Hinweis: Das nachstehende Thema „GOSCH“ soll von der Tagesordnung der kommenden Sitzung der Stadtvertretung am 07.12.2017 gestrichen werden, so eine Vorab-Abstimmung einer Parlamentsmehrheit der Stadtverordneten. Mehr…<<<

Donnerstag, den 30.11.2017 begann um 19:00 eine denkwürdige Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses unter der Leitung der Stadtverordneten Frau Rübenkamp (SPD), zugleich stellvertretende Vorsitzende im Aufsichtsrat des städtischen Eigenbetriebes HVB.
Die sehr übersichtliche Tagesordnung umfasste neben dem Tagesordnungspunkt
TOP4Bürgerfragestunde
den erst durch die Berichterstattung in der Heiligenhafener Post vom 29.11.2017 in das öffentliche Bewußtsein gerückten
TOP5Einleitung des Verfahrens zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 4 (Bereich östlich Straße Steinwarder nördlich Steinwarderdammbrücke)“ sowie den aus der vorhergehenden Sitzung dieses Ausschusses vom 23. November 2017 anlässlich der Vorstellung des Projektes zur Sicherung der Seevogel-Brutkolonien durch einen Wildschutzzaun auf dem Graswarder in diesen Sitzungstermin verschobenen
TOP6 Haushaltssatzung und Haushaltsplan der Stadt Heiligenhafen für das Haushaltsjahr 2018″.
Eine sehr interessante Kombination.

[Hinweis: Bitte achten Sie auch auf die diversen eingebundenen Hyperlinks]

Da die Wählergruppe „Brutvögel für Heiligenhafen“  –wie in der Vorwoche der amtierende Bürgervorsteher Grönwald als Auftakt für die im kommenden Frühjahr anstehenden Kommunalwahlen seine Fraktion BfH im Veranstaltungspavillon werblich anzupreisen wußte–  endlich den Anschein des aktiven Einsatzes im Interesse der angestammten Bevölkerung erwecken möchte, kam mit dem
TOP7 ein Dringlichkeitsantrag der „Bürger für Heiligenhafen“ hinzu: Damit in dieser Legislaturperiode überhaupt Ergebnisse vorzuweisen sind, ergeht an die Verwaltung der Prüfauftrag, welche städtischen und HVB-Grundstücke (!) für die Erschließung von bezahlbarem Wohnraum in Frage kommen könnten. Als ob die HVB zulassen würden, dass ihnen der Bürgermeister in die Karten gucken dürfte…

Damit waren alle Komponenten für einen unterhaltsamen Sitzungsverlauf gegeben:

—  der städtische Eigenbetrieb HVB führt einen ihm genehmen Investor für DAS Sahnegrundstück, was es in kommerzieller Hinsicht hier in Heiligenhafen nur geben kann, in den Ring,
—  der Haushaltsentwurf des vom Bürgermeister in Bezug auf die Verwaltung zu verantwortenden Etats soll zusammengestrichen werden,
—  und der Versuch der verschnarchten Wählergruppe, nun frühzeitig in eine Macher-Wahrnehmung zu kommen indem der Bürgermeister gebeten wird die Arbeit zu leisten, in der die Politik respektive das Stadtparlament bislang eher versagt hat.

Um der Brisanz dieser Konstellation auf die Spur zu kommen, liebe Leser, werfen Sie zuvor bitte einen Blick auf das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) § 903 Satz 1 „Befugnisse des Eigentümers“: „Der Eigentümer einer Sache kann, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen, mit der Sache nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen.“ [Lesen Sie dazu auch dort: Bundeszentrale für politische Bildung] In diesem Selbstverständnis handeln die Geschäftsführer der HVB, Eigentümer von Yacht- und Kommunalhafen, der Strände, und weiterer bedeutsamer Liegenschaften aus dem Vermögenshaushalt vormals der Stadt Heiligenhafen. Wenn die HVB der Meinung sind, ein Investor würde ihrer Ansicht nach gut ins Konzept passen (welches? wessen?), ist es offenbar überflüssig, ein öffentliches Interessensbekundungsverfahren zu starten. Selbstherrliches Geschäftsgebaren.

Gibt es andere, bessere, heimische oder sonstwie kreative Ideen und Bewerber? Welche alternativen Standorte gäbe es? Welche Auswirkungen auf das gewerbliche oder auch soziale Gefüge der angestammten Einwohnerschaft hat das Projekt? Werden immaterielle Güter und Werte angetastet? Werden überhaupt die politischen Linien der Stadtvertretung respektiert?  —  Gerade kommt eine Veränderungssperre über den großen Altstadtbereich in die Welt, um Zeit für weitere Planfeststellungen zu gewinnen.
Das bindet sicher einige Bürger die überlegen müssen, was sie am besten mit ihren Immobilien machen – auch in Hinblick auf die erstarkte Konkurrenz durch die vielen neuen Hotelbetten.
Die Stadt Heiligenhafen ist infolge des Betreibens durch die im Rathaus am Markt (das muss man ja mittlerweile betonen, denn ein zweites steht doch schon längst an der Hafenspitze…) ansässige Verwaltung in das Städtebau-Förderungsprogramm aufgenommen worden. Darin liegen auch für private Interessen langfristige Förderungsmöglichkeiten. Um in den Genuss dieser für die gesamte Bevölkerung bedeutsamen Chance zu kommen, muss allerdings mit Bedacht und unter Mitnahme der berechtigten Interessen der gesamten Einwohnerschaft vorgegangen werden. Dazu sind auch diverse Vorarbeiten zu leisten, für deren Organisation und Umsetzung ebenfalls von übergeordneter Stelle Hilfe geleistet wird. Schade nur, dass dieses der Bevölkerung nicht hinreichend kommuniziert und somit kaum richtig verstanden wird.

In totalem Gegensatz dazu sehe ich die HVB, die außerhalb demokratisch transparenter Vorgehensweisen eigene Projekte vorantreiben, die ich nicht mehr von der Gemeindeordnung legitimiert sehe. Das Projekt „Hafenkante“, mit dem der seit einem zweidrittel Jahrtausend bestehende Kern unserer Stadt, der Handels- und Seeschifffahrtshafen, sehr gravierend überplant werden soll, ist nur ein mahnendes Beispiel. Ausdrücklich, so vor wenigen Monaten der Planer Herr Wefers von SWUP bei der Vorstellung des Projektes Hafenkante, solle der „Kommunale Hafen“ nicht mehr so, sondern „Fischereihafen“ genannt werden. Das war Wunsch des Auftraggebers. Also der HVB. Damit niemand mehr auf den Gedanken kommt was es bedeutet, dass dieser kommunale Hafen ein schützenswertes Gut und Gegenstand der kommunalen Daseinsvorsorge ist. Googeln Sie einmal nach diesen zentralen Rechtsbegriffen!
Keineswegs [so dort: Seite 5 oben] gab es die transparente, diskriminierungsfreie Teilnahmemöglichkeit einfach nur der interessierten Bürger. Darüber hat sich eine Gruppe namens „Meerkieker“ gebildet, die sich für Ideen- und Planungswettbewerbe einzusetzen versucht. Uninteressiert an solchen bürgernahen Prozessen hat das Stadtparlament  –darin eben auch die BfH (siehe oben)–  nur eine Beschlusslage hergestellt, die Wettbewerbe zumindest möglich bleiben lässt. Das spricht nicht gerade dafür, dass diese Stadtvertretung noch das Mandat der Bürger und Wähler respektiert. Okay, geht ja auch nicht, wenn man sich zuvorderst den Fürsten verpflichtet fühlt.

Nun ist mal wieder so ein Kaninchen aus dem Hut gezaubert worden; es wird nicht das letzte gewesen sein: Der Investor GOSCH will uns mit einer Fischbrötchenbude [„ohne Salat“] aus dem vorgeblichen High-End-Bereich der Systemgastronomie beglücken. Ja, wir haben eine schöne Altstadt. Am Hafen haben wir preisgünstig Fisch gegessen. Sowas können wir so gar nicht anbieten. Es werden auch Arbeitsplätze geschaffen. Es gibt einen DeHoGa -Tarifvertrag, …
Natürlich haben ältere Arbeitskräfte mehr Erfahrung als die jungen, das muss man individuell berücksichtigen. Für die Saison braucht man dann auch Schüler und Studenten (wo ist die nächstgelegene Uni?). Also doch nur angelernte Kräfte. Ob davon Familien hier dauerhaft ihren Lebensunterhalt bestreiten können? Und wegen der individuellen Leistungsfähigkeit werden die Arbeitsverträge dann auch individuell ausgehandelt. Toll, der einzelne Arbeitnehmer steht also doch allein vor ausgebufften Managern, die uns in der Sitzung mit einem Rührstück von Image-Film einlullen wollten. „Der schon betagte, ursprüngliche Gründer und Ideengeber Herr Gosch steht noch immer selbst mit auf der Matte und arbeitet gern an neuen Ideen„. Klar. Die unter dem Gründernamen „Gosch“ längst schon zu einer übernationalen Marke avancierte Unternehmensstruktur, hier in der Sitzung vertreten durch eine „PSA Vermögensverwaltungs GmbH GOSCH SYLT Lizenznehmer Kategorie Küste“, mit einem so harmlos niedlichen Filmchen zu präsentieren, nenne ich schon bald frech. Der neue „Prädator im Käfig der heimischen Gastronomie“, wie es ein hiesiger Geschäftsmann zutreffend beschrieb, zeigte damit genau das Gesicht, welches wir gar nicht bemerken soll(t)en: Die ahnungslosen Provinzler hier kann man leicht um den Finger wickeln und billig über den Schnabel nehmen…

DAS ZIEL -- Projektvorstellung 30.11.2017 GOSCH auf HVB-Traumgrundstück

Die zahlreich erschienenen, bald fünfzig interessierten Bürger im Sitzungssaal, stellten viele und gute Fragen. Sehr wach war ein hiesiger Gastronom mit seinem Blick auf die Investorenstruktur: Wo ist das Unternehmen mit Firmensitz angemeldet? Welche Beiträge und Steuern werden wo anfallen und wo gezahlt? Ja, Gewerbesteuer. Hier, am Sitz der Betriebsstätte. Und Gewinne? Da wurde schon das Taktieren deutlich. Es ist doch wie bei all den Kettenunternehmen, die von Steuerparadiesen aus gelenkt werden. Von Holland, Irland oder sonstwo: Die Gewinne werden durch flexible Steuerung der Lizenzgebühren so abgeschöpft, dass Gewinne nur dort noch anfallen, wo die Steuerlast die niedrigste ist. Was, bitte, bleibt denn noch in der Stadt Heiligenhafen? Dazu die gute eigene Logistik…

Meine Frage, nachdem im weiteren Vortrag schon sehr fertig aussehende Architektenpläne erläutert wurden, wer denn im Vorfeld der Planungen genau der bisherige Ansprechpartner auf Seiten der „Stadt “ wäre, mit der Einvernehmen etwa in der Frage der benötigten Parkflächen hergestellt werden müsste, blieb wie so vieles andere auch unbeantwortet. Das Wort „Ablösung“ fiel. Werden die fehlenden Parkflächen für die angelockten, mit PKW anreisenden Marken-Fischbrötchen-Gourmets gar nicht vorgehalten, sondern durch Zahlung einer Summe „X“ kompensiert? Zahlungen an WEN?
In einer der kürzlich zurückliegenden Sitzungen war zu vernehmen, dass es zuweilen Probleme gibt im Einzug der Gelder für Knöllchen der Parksünder. Handelt es sich um Parkraum der Stadt? Geht es um einen Parkplatz der HVB? Die Parkraumüberwacher wissen zuweilen selbst nicht genau, auf wessen Fläche sie Falschparker aufschreiben…
Die HVB haben, von der Öffentlichkeit unbemerkt und unverstanden, gerade Eigentum an den wichtigen Liegenschaften in der vorderen Reihe, auch Parkflächen! Wird also durch Zahlungen an die HVB der Ablasshandel in Sachen des Parkflächennachweises bewerkstelligt? Im Ergebnis haben die Einwohner noch mehr Verkehr hier am Hals! Und den will doch eigentlich niemand, schon gar nicht Erholung suchende Mehrtagesgäste.

Und so wird ein Schuh d’raus: Warum will der so interessierte Investor ausdrücklich nur dort, auf dem Wasserstück auf und vor der Schlippanlage zwischen Steg 6 und der Dammbrücke, bauen? Nicht in der schönen Altstadt, nein, und auch nicht auf der anderen Seite vom Warderdamm, westlich zum Binnensee hin? „Nein, ein anderer Standort wird nicht akzeptiert!
Sind wir hier alle blöd? Weil dieses „Sahnegrundstück“ bereits planerisch von HVB/SWUP in der 27. FNP-Änderung umfasst ist!

Die HVB wirtschaften keineswegs erfolgreich, und haben zudem erhebliche Risiken „im Keller“. Zudem wird auch in 2018 ein Sommer sein. Touristen sollen und werden kommen. Und dann wollen die Menschen an einen Strand, der nicht nur an der Neuen Seebrücke diesen Namen zu Recht trägt.
Aber dann wird längst schon rein gar nichts mehr von den in 2016 eingebrachten 64.000m³ LKW- und „Dänemark“-Sand vorhanden sein. Dann gibt es auch nichts mehr aus der Vorstrandlinie auf- und zurückzubaggern. Nur die letztgenannte „schnelle Aktion“ kosteten eben mal 180.000 EUR, und noch scheint nicht geklärt, aus welchem Haushalt das bezahlt wird. Immerhin hat das Stadtparlament in zwei Sitzungen im Oktober und sicher vor dem Hintergrund dieser Webseiten die Damen und Herren waren allesamt in Kenntnis meiner gerade dazu wieder aufgezogenen Inhalte —  nicht gewagt, nochmals ganz schnell Sandaufspülungen mit einem Gesamtvolumen von bald 800.000 EUR zu initiieren. Denn dieser Sand wäre auch schon wieder nicht als Strand am Wasser, sondern im Wasser – auf dem Weg zur Warderspitze

Hat also die HVB diesen aus meiner Sicht an diesem Standort und im jetzigen anzumahnenden Orientierungs- und Besinnungsprozess unpassenden Investor akquiriert, um selbst aus der Finanz-Klemme zu kommen? Verkauf eines Filetstückes aus dem eigenen EIGENTUM, und somit für die Kasse der HVB? Damit die Löcher gestopft werden, die ansonsten jedem deutlich vor Augen halten, dass die HVB-Geschäftsführer eigentlich richtig viel Geld versemmelt haben? Und stützt das Parlament das auch noch, über den Hauptausschuss und den Aufsichtsrat der HVB? Handelt das Parlament somit gegen die Verwaltung? Wird das Geld der Stadt, von dem die Bürger den Unterhalt von Straßen, Schulen, Gebäuden wie etwa der Stadtbücherei, des Jugendzentrums etc. erwarten, dem Bürgermeisteramt entzogen? Damit die fragwürdige, intransparente Ausgliederung der HVB und weitere Clone-Strukturen mit den letzten verbliebenen Finanzspielräumen alimentiert wird, um deren Versagen und damit das politische Versagen dieser Stadtvertretung, geleitet von Bürgervorsteher Grönwald (BfH), zu verdecken?

Was nützt der Wildschutzzaun, wenn die Laufkundschaft des de-lúxe Fischbrötchenvermarkters überall Pommes und andere Essensreste fallen lässt, zudem die Fingerfood-Verpackungen dann überall herumwehen oder von den Möven aus den Abfallkörben gerupft werden? Wenn des Nachts die Bisamratten davon gut genährt sich auf den Weg durchs Wasser machen und letztlich um den Graswarder-Vogelschutzzaun herum schwimmen? Ja, die können toll schwimmen… Dann ist es doch nichts mit „Bruterfolg für Heiligenhafen“. Da bekommen die „BfH“ eins plus eins nicht zusammen…

Und wie ist zum Schluss die Beschlussempfehlung für die nächste Sitzung der Stadtvertretung ausgefallen? Von neun stimmberechtigten Ausschuss-Mitgliedern haben sich sechs enthalten! Drei haben dem Beschlussvorschlag zugestimmt, also im Sinne des Investors oder vielmehr der HVB die Hand gehoben: Darunter Herr Erster Stadtrat Karschnick (CDU; als Vorsitzender des Hauptausschuss zugleich Dienstvorgesetzter des Bürgermeisters) sowie der Vorsitzende der BfH und Herr Bürgervorsteher Grönwald [Seite 12], zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der HVB. Im Ergebnis ist so die Beschlussempfehlung einstimmig angenommen! Das ist doch nicht in Ordnung oder richtig so!

Und, liebe Leser, ich habe nach längerer Pause mal wieder schriftlich zuvor ausformulierte Fragen in der Bürgerfragestunde hier zu TOP4 gestellt. Antworten habe ich nicht bekommen. Eigentlich gibt es für viele Bürgerfragen auch anderer oft keine Antworten. Dass Antworten aber nicht einmal versucht werden, ist schon sehr befremdlich. Das sollten wir bei der nächsten Kommunalwahl allesamt einmal sehr genau überdenken.

In dem diesem Beitrag nachgeschalteten Kommentar folgt die Wiedergabe meiner drei in der Sitzung gestellten Fragen mitsamt des dazu vorgetragenen Sachverhaltes.
Bitte  >>>hier klicken<<<

Durchlässige Holzpfahlbuhnen sind wirkungslos – eine Kritik

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem sehr detaillierten Blick auf das hydromechanische Geschehen in und dicht bei einer „durchlässigen Holzpfahlbuhne“. Sozusagen „durch die Lupe“. Die Ergebnisse dieser Detailbetrachtung sind zum Ende dieses Beitrages in einem Fazit zusammengefasst.

Ich zeige auf, warum dieses mittlerweile in vielen dutzenden Bauausführungen vornehmlich an den Stränden Mecklenburgs und weiter nach Osten und nun auch in der Lübecker Bucht umgesetzte Konzept keineswegs dem Anspruch genügt, abschließend den Stand wissenschaftlicher Erkenntnis zu repräsentieren. So wird dieses von Herrn Olaf Eggers, selbstberufener Berater des für die Baumaßnahme verantwortlichen Eigenbetriebes „HVB GmbH&Co.KG“ der Stadt Heiligenhafen, verbissen propagiert, weshalb eine kritische und umfängliche Untersuchung eines solchen Standpunktes notwendig ist.

In weiteren Beiträgen zu diesem Thema schreibe ich von mehr als zehn gravierenden fachlichen Fehlern in den nach der Strandsaison 2016 umgesetzten Maßnahmen zur Küstensicherung und Verbesserung der touristischen Qualität der Badestrände. Hier wird ein weiterer davon dargestellt.

Dieser Artikel wird zusammen mit den bereits geschriebenen Texten und noch folgenden in eine Übersicht eingebunden, die in der Gesamtschau belegt, dass die aktuellen Maßnahmen und analog angestrebten weiteren Vorhaben nicht nur wirkungslos und damit vergeudete Ressourcen an Geld, Material und Zeit sind, sondern vielmehr direkt eine gravierende Verschlechterung der ohnehin kritischen Situation insbesondere für die historischen Graswarder-Villen wie auch den östlich der Neuen Seebrücke gelegenen Strandwall darstellen.

Das Ziel ist, der kleinstädtischen Politik die Möglichkeit an die Hand zu geben, durch eigenständiges Hinterfragen und Bewerten sowohl meiner wie auch der bislang von diversen anderen Fachleuten oder auch selbstberufenen Experten vertretenen Einschätzung der Lage zu besseren, nachhaltigen und überhaupt wirksamen Entscheidungen zu gelangen.
Verschiedentlich habe ich von Mitgliedern der städtischen Gremien die Ausflucht gehört, sie alle wären Laien, könnten selbst die gesamten Maßnahmen nicht vollständig überblicken und müssten sich deshalb auf hinzugekaufte Expertise verlassen. Das ist –bedingt– richtig und zu akzeptieren. Dennoch fordere ich von den Entscheidern, durch eigenständiges Denken und Prüfen der ggf. ihnen vorgelegten Unterlagen kritisch zu hinterfragen, ob die jeweils vorgeschlagenen Maßnahmen wenigstens den Anschein kompetenter Analyse erfüllen. Wenigstens zugängliches Material zu lesen…
Wie ich durch den >>>Beitrag<<< zur schlichtweg fahrlässig übersehenen sehr großen, alten, versunkenen Mole der einstigen „Fischerrinne“ zwischen den lange Zeit voneinander getrennten Wardern bereits aufgezeigt habe, hätte schon geringste Sorgfalt im Lesen der zur letzten Maßnahme erstellten Entwurfs- und Ausführungsplanung den verantwortlichen Entscheidern aufzeigen müssen, dem so nicht zustimmen zu können. Ein Spaziergang bei Niedrigwasser oder eine zumindest öffentlich als „erwünscht“ dargestellte Aufforderung in Richtung der heimischen Bevölkerung hätte diesen gravierenden Fehler (unter mehreren) von vornherein sichtbar werden lassen. Da mir nicht die Ressourcen zur Verfügung stehen, eine globale Aussage über die Vielfalt andernorts realisierter Küstensicherungskonzepte und Buhnenfelder zu treffen, bezieht sich dieser Text zunächst allein auf die meiner laufenden Beobachtung zugänglichen Maßnahmen an den Stränden vor Heiligenhafen. Dieses umfasst den Küstenverlauf von der westlich Heiligenhafens zur Hohwachter Bucht hin gelegenen Abbruch-/Steilküste „Hohes Ufer“ entlang des im Zuge der Errichtung des „Ferienzentrum Heiligenhafen“ Ende der 60er Jahre massiv befestigten „Seeparks“, weiter entlang des „Hauptstrandes“ vor dem Steinwarder und dem seit ca. 70 Jahren angebundenen Graswarder mit seinen das Landschaftsbild prägenden Wardervillen, und zuletzt im Osten der Sedimentationszone an der Warderspitze. Es ist für jeden Besucher dieser Webseite wohl „schwere Kost“ wenn ich schreibe, dass schon Höher- und Hochwasserstände von unterschiedlicher Art sind: Handelt es sich um Hochwasserstände durch windinduzierte Stauzustände, oder verbergen sich dahinter Strömungswellen, die zu einer ganz anders beschaffenen hydromechanischen Belastung der Strände und Küstenbefestigungen führen? Meist handelt es sich dann auch noch um Mischformen, die zudem von Wind- und Wetter überlagert sind und sich so der direkten Beobachtung entziehen. Selbst bei totaler Flaute und dennoch höherem Wasserstand habe ich Strömungen beobachten können, die den Sandstränden durchaus sehr zugesetzt haben. Offenbar bleiben solche Vorgänge und Veränderungen der Wahrnehmung der Öffentlichkeit weitgehend verborgen. In der Untersuchung der Wirkungsweise von „durchlässigen Holzpfahlbuhnen“ ist das ähnlich. Die Kernaussage zur vorgeblichen Wirkungsweise von ganzen Staffeln durchlässiger Holzpfahlbuhnen ist, diese Buhnenfelder würden die küstenparallele Strömung sukzessive vermindern, wodurch der Sandverlust durch Erosion und Abtransport verringert wird. Zwar könnten diese zarten, optisch sehr wohl überaus präsenten Bauwerke (wenn sie denn zu Dutzenden aufeinander folgen und man den freien Blick auf’s Wasser vor lauter Bäumen nicht mehr hat….) keinen S(tr)and produzieren, doch zumindest die „Verweildauer“ des im Wasser mobilen Sedimentes erhöhen. Um regelmäßige Sandaufspülungen käme man deshalb nicht herum.

Dann wollen wir doch einmal darüber nachdenken, ob „durchlässige Holzpfahlbuhnen“ überhaupt in der Lage sind, die schädliche Belastung der Strände durch Strömung sowie windinduzierten Seegang zu vermindern. Sollte also ein ganzes „Buhnenfeld“ diese erhoffte Wirkung zeigen, muss also jede einzelne Pfahlreihe einen Anteil dazu beisteuern. Weil die derzeit als „Endergebnis der wissenschaftlichen Erforschung“ dargestellte Wirkungsweise vorgeblich auf einem „System“ beruht, sollte zudem eine Interaktion der einzelnen Pfahlreihen im Sinne einer aufeinanderfolgenden Teilwirksamkeit bestehen. Diese wird angeblich durch (mir bislang nicht zugängliche) „Berechnung“ implementiert. Im Ergebnis werden über die aufeinanderfolgenden Pfahlbuhnen verteilt variierende Abstände der einzelnen (runden!) Holzpfähle zueinander berechnet. Das wäre angeblich „der schwierigste Teil“ in der Bemessung der „durchlässigen Holzpfahlbuhnen“, so Olaf Eggers bei → Facebook …

Um einer Gesamt-Wirksamkeit „auf die Spur“ zu kommen, müssen wir also zunächst eine einzelne Pfahlreihe betrachten. Schon das ist nicht ganz trivial. Die Protagonisten des in Heiligenhafen in zwei Test-Buhnenfeldern umgesetzten Vorhabens verfolgen zugleich das Ziel, einen geraden Verlauf der Brandungskante herbeizuführen. Stellt sich dieser ein, wäre damit der vorgeblich so fatale „Sägezahn-Effekt“ ausgeschaltet. Warum nicht ein „gezahnter“ Küstenverlauf geduldet werden kann, wenn dieser gleichwohl mit insgesamt einem größeren Sand-Volumen vornehmlich auch oberhalb der Normal-Null-Bezugsebene verbunden wäre, entzieht sich bislang einer von mir gesuchten Begründung. Der „Sägezahn-Effekt“ soll ansonsten auch das Ergebnis von „Rippströmungen“ [Brandungs-Rückströmungen] sein, die in Stromlee von geschlossenen/undurchlässigen Staubauwerken den Sand senkrecht vom Ufersaum weg seewärts abtransportieren. Aufgrund der Teildurchlässigkeit der Holzpfahlreihen würden diese schädlichen, leeseitigen Strömungen unterbunden. Die Sedimentation mitgeführter sandiger Bestandteile würde durch die insgesamt abnehmende küstenparallele Strömung zudem begünstigt. Zudem würden „Unterwasser-Terrassen“ durch die Pfahlbuhnen entstehen, welche die eigentliche Uferzone vor der Kraft der Wellen schützen würden. Soweit in der Zusammenfassung die vorgebliche Wirkung der in Buhnenfeldern organisierten durchlässigen Holzpahlbuhnen. Lesen Sie dazu bitte dort nach: https://izw.baw.de/publikationen/die-kueste/0/k064108.pdf Diese vermeintlich existenten Wirkungen sollen letztlich alle auf der durch die Buhnen herbeigeführte Verminderung der Strömung beruhen.

Blenden wir also alle Folgewirkungen und -effekte aus und betrachten nur die einzelne Pfahlreihe selbst: Führt eine „durchlässige Holzpfahlbuhne“ überhaupt zu einer Verminderung der Strömung? Wenn „ja“, dürften die daraus resultierenden, vorgeblich existenten erhofften Wirkungen damit in Verbindung stehen, was dann ebenso zu untersuchen ist. Wenn „nein“, haben andere zu beobachtende Vorgänge wohl andere Grundlagen.

Um das zu untersuchen nehmen wir weitere Vereinfachungen vor. Darin folge ich –zunächst– dem Fachaufsatz „Wirkungsweise durchlässiger Pfahlbuhnen für den Küstenschutz“ von Thomas Trampenau und Hocine Oumeraci, veröffentlicht in der wasserbaulichen Zentralbibliothek der Bundesanstalt für Wasserbau BAW in „Die Küste“ Nr. 64 (2001) auf den Seiten 235 bis 275. → https://izw.baw.de/publikationen/die-kueste/0/k064108.pdf
Sie finden diese und wenige andere Publikationen in der Datenbank „Hydraulic Engineering Repository“ [ →https://henry.baw.de/ ], indem Sie dort das Wort „Pfahlbuhnen“ in die Suchmaske geben. Sehr breit ist die Quellenlage zu diesem Thema dort allerdings nicht. Gleichwohl wird von dem hier in Heiligenhafen seit Jahren sehr umtriebigen Herrn Olaf Eggers immer wieder diese Arbeit als die maßgebliche Quelle aller Erkenntnis [siehe: http://www.niclas-boldt.de/2016/02/20/der-quell-der-erkenntnis/] angeführt, und ebenso ist vorstehende Publikation auch Basis der Ausführungsplanung für die Umsetzung der Test-Buhnenfelder in 2016 unter Ausführungsverantwortung des städtischen Eigenbetriebes HVB-Gmbh&Co.KG. Doch zeigen sich neben den Schwächen der zugrundeliegenden Publikation zahlreiche zusätzliche Lücken in der Entwurfsplanung vom 18.08.2015. So steht dort –> http://www.hvbkg.de/pdf/Vorplanung_Web.pdf#page=13 …was der Textseite 10 entspricht, geschrieben: [Zitat:] „Durch die Erhöhung des Strandprofils brechen Wellen in größerer Entfernung zur Uferlinie.“ [Zitatende].
Versuchen Sie einmal zu recherchieren, ob irgendwo etwas dazu geschrieben steht, wie es denn zu besagter „Erhöhung des Strandprofiles“ kommen soll.
Wie gesagt, Herr Eggers schreibt am 10.11.2017 auf der Facebook-Plattform in einem Post in der Heiligenhafen-Gruppe: [Zitat:] „Seit Ende der 90er Jahre ist sogar wissenschaftlich erforscht, wie die Buhnen beschaffen sein müssen damit sie funktionieren (Durchlässigkeit)“ …{und weiter…} „Nun ist der Zeitpunkt gekommen, diese alte aber endlich berechenbare Methode auch wieder am Graswarder einzusetzen.“ [Zitatende]. Gleich anschließend daran beschreibt der Buhnenberater der HVB das Ziel: [Zitatanfang:] „Mindestens 30 m breit muss der Strand vor den Häusern sein, mindestens 50 m nochmal der flache Vorstrand. Erst wenn das erreicht ist, vor jedem Haus, mit gerader Küstenlinie, erst dann sind die Villen einigermaßen sicher. Mehr Strand wäre noch besser.“ [Zitatende.]
Damit also Strand  –zu verstehen als die trockenen Sandmassen, die deutlich oberhalb auch der normalen Wechselwasserstände gelagert sind–  (wie auch immer) „entsteht“, ist zweifellos wesentliche Voraussetzung, dass sich in der Uferzone im Wasser unmittelbar davor überhaupt Sedimente ablagern. Oder zumindest aufgespülte Sandmassen länger dort verbleiben als ohne Buhnen.
Und wenn bei den Maßnahmen hier vor den Wardern schon unklar bleibt, wie es denn zu solchem Strandaufbau kommen soll, gilt es zumindest zu untersuchen, ob denn im Wasser der Sand wenigstens gehalten bleibt.

Also betrachten wir eine einzelne Reihe von „auf Lücke“ mit definierten Abständen gesetzten Holzpfählen. Dieses wird regelmäßig senkrecht vom Uferverlauf ausgehend durch Einrammen oder Einspülen in den Seeboden ausgeführt.
Soweit die Pfähle eingespült werden können, brauchen sie eine erhebliche Einbindetiefe, damit sie nicht unter Strömungs- und Wellenbelastung wieder freigespült werden und so verloren gehen.
In gewachsenen, bindigen Böden etwa aus Lehm, Ton und Geschiebemergel (wie an unseren Küsten häufig anzutreffen) kann man die Buhnenpfähle nicht einspülen – sie müssen mit Rammbären eingeschlagen oder hydraulisch eingerüttelt werden.

Es ist also immer eine Baugrunduntersuchung durchzuführen. Das gehört dann auch in die Durchführungsplanung. Die unterschiedliche Beschaffenheit des anstehenden, vorgefundenen Seebodens ist also ein wichtiges Kriterium.

Dem „festen“, also nicht so ohne weiteren Energieeintrag lösbaren Seeboden, entspricht in Tankversuchen zur Erforschung der Wirkungsweise solcher Küstenbauwerke die „feste Sohle“. Anderes ist aus ersichtlichen Gründen und hinsichtlich reproduzierbarer Erkenntnisse und Ergebnisse kaum zu realisieren. Bitte lesen Sie unter diesem Aspekt aufmerksam die Arbeit „Wirkungsweise durchlässiger Pfahlbuhnen“: In der gesamten Betrachtung wird von einer „festen Sohle“ ausgegangen. Bitte lesen Sie das! Verwenden Sie insbesondere den Suchbegriff „Sohle“!

[Zitat:] Die Laborexperimente von KRESSNUR (1928) und FLEMING (1990) haben gezeigt, dass es, aufgrund der vielen Modell- und Maßstabseffekte, von Vorteil ist, die Versuche mit fester Sohle durchzuführen. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist es im Labor nicht möglich, eine dreidimensionale Nachbildung aller Sedimenttransportvorgänge und die quantitative Übertragung der Ergebnisse auf die Natur vorzunehmen (KAMPUIS, 1975). [Zitatende] → Quelle: https://izw.baw.de/publikationen/die-kueste/0/k064108.pdf Seite 247 (13 von 41).

Bei Niedrigwasserständen lassen sich bis weit, sehr weit über die gesetzten Pfahlbuhnen hinaus die anstehenden Bodenkörper trockenen Fußes inspizieren. Insbesondere östlich der versunkenen Mole der einstigen Fischerrinne bei DLRG-„Turm 5“ (Restaurant „Sutsche“ / Lesehalle) beidseitig der Neuen Seebrücke bis bald an das einstige Ferienlager der Sportjugend Berlin heran hat sich über viele Jahrzehnte ein riesiges Geröllfeld, aufgelagert auf den ursprünglichen lehmigen Untergründen, gebildet. Mit Wassertiefen kaum über 1,2 m. Sie können das in dieser Webseite etwa dem Bild [→ „Der Buhnist“] entnehmen. Auch wenn anderes in Widerspruch zu der jedermann, wenn auch selten zugänglichen Inaugenscheinnahme behauptet wird: Auf dieser plateauartigen, viele Hektar großen Geröllfläche spült die immer wieder als Schicht überströmende Wassermasse alle Feinsand- und Kleinkieselanteile fort. Nur die größeren Geröllanteile bleiben liegen, soweit durch Auffächerung der Strömung in die Breite die Strömungsgeschwindigkeiten abnehmen.
Die durchlässig gesetzten Teile der Pfahlbuhnen im Test-Buhnenfeld „Ost“ können daran
–erkennbar– nichts ändern.
Das ist sogar in Übereinstimmung mit der hier zur Debatte stehenden wissenschaftlichen Arbeit.

So ist bei Trampenau/Oumeraci auf Seite 272 [Die Küste, 64 (2001)] zur „indirekten Wirkungsweise“ der Buhnen zu lesen: [Zitat] „Die Ausführungen lassen aber auch erkennen, dass das so für Sturmflutverhältnisse künstlich geschaffene “Küstenschutzbauwerk“ empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen ist. So zeigen die Naturuntersuchungen, dass bereits mittlere Seegangsverhältnisse, verbunden mit niedrigen Wasserständen, in der Lage sind, die abgelagerten feinen Sedimente zu mobilisieren und in tiefere Regionen umzulagern. [Zitatende]

Übertragen auf die Verhältnisse im östlichen Testbuhnenfeld bedeutet dieses: Die sich auf dem Geröllplateau temporär absetzenden Sedimente der kleinen Kornfraktionen sind unter Einfluss von windinduzierter Seegangsbelastung wie auch Strömungen (aus unterschiedlicher Genese!) schnell wieder mobilisiert und somit dem Weitertransport durch (ich sage hier: vor allem küstenparallele !) Strömungen unterworfen. Rippströmungen, also Brandungs-Rückströmungen senkrecht zum Küstenverlauf spielen aus in diesem Beitrag nicht aufgeschlüsselten Gründen keine Rolle.

An dieser Stelle gilt es stattdessen zu prüfen, ob es durch die durchlässigen Pfahlreihen überhaupt zu einer Strömungsberuhigung und damit dauerhaften Sedimentation kommen kann.
Wir können das im westlichen Test-Buhnenfeld tatsächlich beobachten und einer Prüfung unterziehen: Dort finden sich ja (Reste der) Sandmassen, die im Frühjahr 2016 mit LKW herangefahren, im Oktober 2016 aufgespült, im Januar 2017 aus dem Küstensaum aufgebaggert und per Planierraupe aufgeschoben, und um Ostern 2017 herum erneut in einer aufwändigen Aktion entlang des Strandes verteilt wurden. Die sich dort bei Niedrigwasser noch zeigenden Sände werden ja nach wie vor als „Erfolg“ und herausragende Wirkung der Testbuhnen gefeiert.

Wie dem auch sei – es ist zu hinterfragen, was denn genau dort an den Buhnen passiert.
Können die Buhnen den Sand tatsächlich dort halten? Oder zumindest die „Verweildauer“ dort signifikant erhöhen? Lässt sich die vorgeblich wissenschaftlich abschließend [so Eggers] untersuchte und verstandene Wirkung nachvollziehen? Da diese Wirkung auf der vorgeblich genau berechenbaren Verteilung der verschiedenen Durchlässigkeiten der Pfahlreihen beruhen soll, bleibt in der hier umschriebenen detaillierten Betrachtung also zu fragen, was es denn mit der „Durchlässigkeit“ auf sich hat. So werden in der Arbeit von Trampenau und Oumeraci immer wieder sehr dediziert bestimmte Durchlässigkeiten mit bestimmten Effekten, Vorzügen und Nachteilen in Verbindung gebracht.

Klären wir hier den Begriff der prozentualen „Durchlässigkeit“ anhand der diesbezüglich wohl maßgebenden Arbeit von Trampenau und Oumeraci:

Die in der Arbeit verwendete Durchlässigkeit „P“ ist definiert als der Quotient der Abstände der Lücken in Bezug auf die gesamte Prüflänge der Modellbuhne auf fester Sohle. Da oberhalb der festen Sohle die Lücken im Wasser genau so weit hochreichen wie die Projektionsflächen der runden Pfähle, also jeweils von der festen Sohle bis zum Wasserspiegel, gilt analog: Die Durchlässigkeit „P“ entspricht dem Quotienten („Bruch“) aus der Gesamtfläche der zu betrachtenden Lücken gegenüber der gesamten Projektionsfläche des zu betrachtenden Abschnittes.

Nehmen wir völlig willkürlich einen Abschnitt mit zwölf Zwischenräumen. Diese liegen zwischen zwei „halbierten“ Randpfählen an jedem Ende und elf Rammpfählen mit gemitteltem Abstand zueinander.
Auf nachstehendem Bild sehen Sie einen solchen Abschnitt. Es handelt sich um einen Ausschnitt der Buhnen-Pfahlreihe gleich östlich neben „Turm 5“:
exemplarischer Abschnitt einer durchlässigen Holzpfahlbuhne
Die blaue Linie entspricht dem mittleren Wasserstand NN (Normal-Null). Orange ist die Oberkante, bis zu der die Buhnen überhaupt wirken können. Je höher die Wasserstände ausfallen, um so geringer ist der Wirkanteil der Buhnen in Bezug auf Wasserstände oberhalb der orangenen Linie. Die lila-farbene Linie soll den Seeboden repräsentieren.
(Auf den roten, gekümmten Pfeil kommt der spätere Text noch zu sprechen.)

Wäre der Seeboden eine „feste Sohle“, bliebe unabhängig vom Wasserpegel das Verhältnis zwischen der Gesamtfläche der Lücken zu den Projektionsflächen der runden Pfähle konstant. Die nur geometrisch so zu betrachtende „Fläche“ eines jeden der Pfähle ergibt sich aus dem Durchmesser und der Höhe des Pfahles, wie er vom Seeboden aus bis zur Wasserlinie aufragt.

In dieser simplifizierenden Betrachtung bleibt also der die „Durchlässigkeit“ beschreibende Quotient „P“ konstant bei 25%, so in diesem Beispiel. Unabhängig vom Wasserstand, solange dieser nicht oberhalb der orangenen Linie liegt. Für diese normalen Wasserstandsschwankungen von kaum mehr als +/- 30 cm sind die Pfahlbuhnen offenbar konzipiert.
Die Planer haben in ihren Auslegungen ganz offensichtlich höhere Wasserstände außerhalb der natürlichen Schwankungsbreite ignoriert. Nun, auch wenn wir hier kein Gezeiten-Gewässer haben – von Zeit zu Zeit steht das Wasser eben doch deutlich höher an. Kann man das in einer seriösen Konzeption wirklich außer Betracht lassen? Überlegen Sie selbst: Beobachten Sie, ob bei Wellengang die Wellen durch die Buhnen geteilt werden und entkoppelt weiterlaufen, oder ob sie so über bzw. auch durch die Pfahlreihen laufen, als ob die gar nicht da wären.

Die Protagonisten der Pfahlbuhnen-Felder behaupten nun, durch die „individuelle“ Anpassung der Durchlässigkeiten eine küstenparallele Strömung sukzessive beruhigen und vermindern zu können. Deshalb würde man zu Beginn eines Feldes die Durchlässigkeit höher wählen, und im weiteren nach und nach die Abstände der Pfähle zueinander verringern.

Nehmen wir einmal an, das würde so tatsächlich funktionieren.

Dann würde von Feld zu Feld die Strömung zwischen je zwei Pfahlreihen abnehmen. Wasser ist bekanntlich nicht kompressibel, zusammendrückbar. Nun stellen wir uns anströmende Wassermengen vor wie eine lange Schlange von PKW, die zwischen zwei Leitplanken Stoßstange an Stoßstange dicht hintereinander her fahren. Was passiert, wenn die vorderen Fahrzeuge dann stärker abgebremst werden als die hinten nachdrängenden Fahrzeuge?

Würde der behauptete Effekt der Verringerung der Strömung eintreten, müssten wir doch an den aufeinander folgenden Pfahlreihen beobachten, dass die Wassermassen sich (wie im KFZ-Beispiel naheliegend) „aufbäumen“ und in einer zusehends höheren Welle über die „orangene Linie“ hinweg ins nächste Feld vorarbeiten.
Da die andrängenden Wassermassen ja angeblich verlangsamt werden, also der Abfluss „Q“ aus einem Bereich zwischen zwei Buhnen geringer sei als bei der vorhergehenden, offeneren Buhne eingeströmt ist, müssten die Bereiche zwischen zwei Buhnenreihen ja irgendwie „überlaufen“.
Auch das ist nicht zu beobachten.
Ein gedanklicher Ausweg wäre, anzunehmen, dass ein Teil der überschüssigen Wassermenge nach See hinaus abströmt. Ob das passiert, können Sie ebenfalls selbst vor Ort beobachten und nachprüfen. Wie das? Achten Sie auf an der Oberfläche treibenden Meerschaum!
Es müsste doch zu sehen sein, wie vor einer jeweiligen Pfahlreihe der Meerschaum zusehends zur offenen Seite nach See hinaus abgelenkt wird. Wird er aber nicht!
Vielmehr können Sie beobachten, wie Schaumblasen oder sonstiges Treibgut zusehends schneller auf die einzelnen Lücken zutreiben und mit sehr deutlich erhöhter Geschwindigkeit durch die Lücken zwischen den Pfählen hindurchgerissen werden.

So, nun könnten wir uns ausgiebig mit Strömungslehre und Düsenwirkungen beschäftigen. Wir können uns das aber weitgehend sparen, denn: Stellen Sie sich einmal vor, die Pfahlreihen wären „unendlich“ lang, würden bis nach Fehmarn hinüber reichen. Oder noch anders: Nicht nur durch die Landseite, sondern auch seeseitig wäre eine Begrenzung, eine einfassende Mauer.
Die gibt es tatsächlich! Sie ist jedoch keine „Mauer“ im Sinne einer Grundstückseinfriedigung, sondern besteht vielmehr aus energetischer Betrachtung: Das Energiepotential aus Bewegungsenergie und Trägheit der Wassermassen, die bei den für Heiligenhafen in Hochwasser-Situationen relevanten Wind- und Strömungsrichtungen vorwiegend aus nordwestlicher Richtung herandrängen, ist nichts anderes als die seewärtige Begrenzung. Gegen diese Kräfte läuft nichts.

Fassen wir zusammen: Wir können einen beliebigen Abschnitt einer Pfahlreihe als beidseitig begrenzt betrachten. Im Extremfall wäre diese Reihe „unendlich lang“, im anderen besteht dieser repräsentative Abschnitt nur aus zwei halbierten Pfählen und einer dazwischen liegenden Durchströmungs-Lücke. Es macht keinen Unterschied.
Und offensichtlich strömt genau so viel Wasser an dem einen Ende in ein gestaffeltes Buhnenfeld hinein, wie am anderen Ende wieder herauskommt. Nur genau und eng begrenzt zwischen zwei Pfählen nimmt die Strömungsgeschwindigkeit lokal zu, abhängig von dem jeweils zwischen einzelnen Pfählen oder auch ganzen Reihen (im Grunde willkürlich) gewählten Durchlässigkeits-Koeffizienten „P“. Dieser Wert ist demnach allein nur für das Geschehen im unmittelbaren Durchgangsbereich gemäß der Gesetzmäßigkeiten der Düsenströmung hinsichtlich der Lücken in einer Pfahlreihe von Bedeutung. In den Bereichen zwischen zwei Pfahlreihen kann die aus den vorhergehenden Überlegungen und Gesetzmäßigkeiten heraus von Pfahlreihe zu Pfahlreihe „durchgereichte“ Wassermenge nicht differieren. Würde durch Sedimentation der Durchflussquerschnitt, also das Produkt aus „Wassertiefe x Breite der Strömungsschicht“ in einem Zwischengebiet betragsmäßig abnehmen, müsste entsprechend der Verengung die Strömungsgeschwindigkeit zunehmen. Sonst würde Wasser irgendwie „verschwinden“, und das kann nicht sein.
Erfolgt also in einem Feld die Ablagerung mitgeführter Sedimente bei ruhigen Wetterbedingungen, steigt genau deshalb sofort die Strömungsgeschwindigkeit sobald aus lebhafteren Wetter- und/oder Wasserstandswechsel die andrängenden Wassermengen zunehmen. Und schon werden die also nur temporär abgelagerten Sände wieder fortgerissen. Insgesamt verhalten sich die Pfahlreihen in ihren durchlässigen Abschnitten also so, als ob sie gar nicht vorhanden wären!

Das glauben Sie so jetzt nicht?

Gehen wir im Blick kurz zurück auf die tatsächlich ebene, aus „Kattenköpp“ bestehende „feste Sohle“, wie im östlichen Testbuhnenfeld:
Wenn die in einem beliebig gewählten Querschnitt dort von Westen andrängenden Wassermassen am anderen Ende, also knapp vor dem ehemaligen Ferienlager der Berliner Sportjugend, in gleicher Menge wieder herauskommen, müssen die Wassermassen überall auch die gleiche Geschwindigkeit haben. Lagert sich im Wasser vor den Buhnen oder auch hinter dem Buhnenfeld kein Sand ab, kann dieses auch nicht im Testbuhnenfeld selbst dazu kommen. Denn: Sobald sich Sand absetzen würde, nähme wegen der Querschnittsverengung die Durchflussgeschwindigkeit sofort zu und spülte den Sand zügig wieder hinaus. Wegen des Massen-/Mengenerhaltes vor und hinter den Buhnen kann die Strömungsgeschwindigkeit eben nicht geringer sein als in den Bereichen ohne Buhnen, in denen sich  — siehe dort —  ohnehin nichts absetzt.

Dahinter steckt das „Kontinuitätsgesetz“ für inkompressible Fluide, zu dem Sie etwa bei Wikipedia zumindest einen Einstieg finden. → https://de.wikipedia.org/wiki/Kontinuit%C3%A4tsgesetz
Dazu ein ganz klein wenig Mathematik und Physik, um die Buhnisten vom reinen Glauben weg etwas näher an wissenschaftliches Denken zu bringen. [ Wenn ich hier schon so trockenen Stoff vortrage, sei mir dieses Späßchen bitte zugestanden. 😉 ]
Wir brauchen dazu nur die Basis-Einheiten für den Meter [m], das Kilogramm [kg] und die Zeit [s].
Davon abgeleitet trägt die Geschwindigkeit „v“ (velocity) die Einheit [m/s]. Klar, die Geschwindigkeit ergibt sich aus der zurückgelegten Wegstrecke pro Zeiteinheit.
Die Fläche „A“ ergibt sich hier aus dem rechteckigen Querschnitt (idealisiert) in Breite x Höhe der betrachteten Wasserschicht, also [m] x [m] = [].
Der Volumenstrom „Q“ fragt nach den Kubikmetern, die pro Zeit durch die Lücken (entsprechend der Summe „A“ der einzelnen Teilöffnungen „A1, A2, …, An“) in den Pfahlbuhnen strömen:
Übersetzt also in „Q = A x v“ bzw. Volumenstrom [m³/s] = Strömungsquerschnitt [] x Strömungsgeschwindigkeit [m/s].
Alles soweit klar?

Der „Volumenstrom“ ist eine sogenannte „Erhaltungsgröße“:
Q = A1 x v1 = A2 x v2 = … = An x vn

„Erhaltungsgröße“ deshalb, weil die Menge des insgesamt strömenden Wassers gleich bleibt, ein Massendefekt nicht auftritt. Bezeichnenderweise steht in der Hydrologie der Begriff Volumenstrom „Q“ für den „Abfluss“. Kurzum: Was am einen Ende hineinströmt, kommt am anderen Ende wieder hinaus. Und deshalb macht es überhaupt keinen Sinn, über unterschiedliche Buhnendurchlässigkeiten zu streiten, weil in Bezug auf einen querschnittsgleichen, unverbauten Küstenabschnitt durchlässige Holzpfahlbuhnen überhaupt keine Wirkung haben.
Sie sehen nur nach etwa aus, vielleicht nach Systematik. Durchlässige Holzpfahlbuhnen stützen nur einen fraglichen oder sogar hilflosen Aktionismus, und sind ein beständig lukratives Geschäftsmodell für einen kleinen Kreis involvierter Experten.

Sie wollen mir darin nicht folgen?
Dann folgt nun noch „eine Schippe d’rauf“:

Nach diesem kurzen Rückgriff auf die Situation „feste Sohle“, so wie es tatsächlich die morphologische Gegebenheit im östlichen Test-Buhnenfeld ist, komme ich zurück auf das bei „Turm 5“ und westlich davon gelegene Test-Buhnenfeld:
Wie bereits in älteren Beiträgen hier ausgeführt, finden sich in diesem Feld noch immer erhebliche Sandmengen. Die allerdings sind nicht ein „Erfolg“ oder gar „Beweis“ für deren hydromechanische Wirksamkeit, sondern der Sand dort ist vielmehr (noch) anzutreffen, weil die fahrlässig von den Planern übersehene, versunkene alte Mole der ehemaligen Fischerrinne nach Westen einen Stillwasser-/Stauwasserbereich schafft, der selbst bei harter Belastung dieses Strandabschnittes ein vollständiges Fortreißen des Vorstrandbereiches verhindert. Zudem muss immer berücksichtigt werden, woher dieser zeitweise sichtbare Sand stammt: Konnte das Testbuhnenfeld tatsächlich Sedimente aus den seeseitig vorbeilaufenden Sediment-Transportbändern zur Ablagerung bringen, oder handelt es sich nur um die Sandmassen, die zuvor mit Geld und Technik zur „Modellierung eines touristisch nutzbaren Strandes“ aufgeschüttet wurden? Die nun im Grunde nur zufällig dort noch liegen, weil das Wasser vorübergehend weder Kraft noch Zeit hatte, um diese Bodenmengen wieder zu mobilisieren und schließlich an der Warderspitze final abzuscheiden?

Ich wage zu behaupten, dass auch in dem westlichen Testbuhnenfeld alle nicht kompakt gelagerten Bodenteile längst bis auf den gewachsenen Seeboden fortgeschwemmt worden wären, gäbe es dort die alte versunkene Mole nicht.
Worauf gründet sich diese Annahme?

Herausgearbeitet ist in diesem Text bislang, dass die statische Einstufung der „Durchlässigkeit“ durch den Quotienten aus der Fläche der Lücken in Bezug auf die gesamte Projektionsfläche der Buhne „von der Seite aus betrachtet“ nicht zielführend ist. Allein schon die deutliche Zunahme der Durchfluss-Strömung infolge von Düsenwirkungen verbietet diese lineare Vergleichbarkeit.

Nun nehmen wir einfach einmal einen 24 m langen Buhnenabschnitt, dessen Pfähle durchschnittlich 50 cm über den Seeboden frei bis zum Wasserspiegel aufragen. Das entspräche einer Fläche von 12 m². 3 m² davon sind Lücken, womit diese Pfahlbuhne eine Durchlässigkeit von 25% hat. Der im betrachteten Bereich von der nächsten Reihe aus gesehene, weitgehend ebene Seeboden sei durchschnittlich mit 50 cm Sand/Sediment bedeckt. Der gewachsene, kompakte Seeboden liegt demnach durchschnittlich einen Meter (50 plus 50 [cm]) unter dem Wasserspiegel.
Für einen (tauchenden) Betrachter wäre nicht zu sehen –ginge sein Blick von irgendwo in diesem Gebiet nur wenige Zentimeter höher als der sandige Seeboden zu der einige Distanz entfernten Holzpfahlreihe–, wenn kurz davor eine Vertiefung entlang der Buhne läge. Ja?
Egal wie tief ein Graben, eine Auskolkung im sandigen Seeboden direkt vor der Pfahlreihe wäre, der Taucher würde immer nur die 12 m³ des hier betrachteten Buhnenabschnittes sehen. Gesetzt den Fall, die parallel zu der Pfahlreihe entstandene Auskolkung würde bis auf den gewachsenen, bindigen Seeboden hinunter reichen, dann würden die Lücken in den Pfählen vom Wasserspiegel aus betrachtet nicht mehr nur 50 cm, sondern doppelt dann schon 1 m tief reichen.
Bitte scrollen Sie ein Stück „nach oben“  —  in dem kommentierten Bild eines Abschnittes ist das mit dem unter einer Durchströmungslücke eingezeichnete roten Rechteck und in der Lage unterhalb des Seebodens mit dem kräftigen roten Pfeil (siehe oben) angedeutet.
Das bedeutet, die Gesamtfläche der Buhnenlücken würde sich entsprechend verdoppeln und so von drei auf sechs Quadratmeter zunehmen. Natürlich rücken die Pfähle nicht auseinander, doch in Bezug auf die entsprechend der eingangs angenommenen Fläche von zwölf Quadratmetern anströmende Wasserschicht von 50 cm Dicke steht nun eine offene Durchtrittsfläche von 6 m² zur Verfügung. Die Durchlässigkeit der Buhne hätte also auf 50 % zugenommen!
In Verbindung mit der aufgrund der Düsenwirkung erheblich größeren Durchtrittsgeschwindigkeit des anströmenden Wassers genau zwischen den runden Holzpfählen, stellt sich ein dynamisches Gleichgewicht ein. Nehmen wir nur einmal an, die Durchströmungsgeschwindigkeit jeweils genau zwischen zwei benachbarten Pfählen würde in dieser Düse auf (lediglich) die doppelte Geschwindigkeit zunehmen, würde sich die Durchlässigkeit von eben schon 50 % auf 100% erhöhen! Über eine Differentialgleichung wäre dieses Gleichgewicht einer mathematischen Beschreibung zugänglich: Verdoppelt sich beispielsweise die jeweilige Höhe einer untersuchten Pfahl-Lücke nicht ganz, dürfte bei gleichbleibendem Wasserspiegel die Durchtrittsgeschwindigkeit innerhalb der Düse dann bei mehr als dem Doppelten der im davorliegenden Feld zu messenden Strömung liegen.
Wem das nicht einleuchtet, der kann sich gerne auch selbst an eine der Pfahlreihen stellen und nachmessen, was nachfolgendes, nur beispielhaftes Photo zeigt:
Dynamische Veränderung der relativen Durchlässigkeit
Kurz nach einer kräftigeren Durchströmung sind im stillen Wasser die Strömungstrichter beidseits einer Pfahlreihe zu erkennen. Allerdings sind diese bei größeren Böschungswinkeln, die sich dynamisch während der Durchströmung einstellen, nicht stabil. Schnell fallen diese Strömungstrichter wieder zusammen. Zuletzt zeigt sich der Seeboden wieder auf beiden Seiten einer jeden Pfahlreihe topfeben, als wäre der beschriebene Effekt gar nicht gewesen.
Ist solch ein Vorgang von ständig mit Fragen des Wasserbaus beschäftigten Wissenschaftlern schon einmal bemerkt oder gar untersucht worden? Unter den hier vor Heiligenhafen bislang tätigen Fachleuten scheint solches Wissen jedenfalls nicht vorhanden zu sein. Es ist ja auch schwierig, im Moment großer Strömungen und starker Wellen das Geschehen in den Strömungstrichtern entlang der Holzpfahlreihe zu beobachten.

F a z i t :
Wie bereits von mir im Zuge der letzten Sandaufspülung beschrieben, haben durchlässige Holzpfahlbuhnen tatsächlich keine bessere Wirkung als ob sie gar nicht vorhanden wären.

Leserbrief zur Wirkungslosigkeit durchlässiger Holzpfahlbuhnen 14.10.2016, HeiPo

Durchlässige Systeme von Holzpfahlbuhnen sind auf „fester Sohle“, also auf festem, nur sehr bedingt mobilisierbarem Seeboden nicht in der Lage, bei stilleren Bedingungen abgelagerte Sedimente dauerhaft und nachhaltig zu halten. Wird vor oder nach einem solchen Feld kein oder nur vorübergehend Sediment abgelagert, erfolgt dieses auch nicht in einem Buhnenfeld, da dort die signifikante Strömungsbelastung im günstigsten Fall nur gleich, regelmäßig aufgrund der zeitweisen Verringerung des verfügbaren Durchströmungs-Querschnittes durch Sedimente aber höher ist als außerhalb des Systems.

Der Durchlässigkeitswert von Pfahlreihen läßt sich keineswegs als Konstante definieren. Solange leicht mobilisierbares Sediment im Wirkungsbereich einer durchlässigen Holzpfahlbuhne verfügbar ist, öffnen sich unterhalb des sonst anstehenden Seebodens zusätzliche Durchströmungs-Querschnitte, die zusammen mit Düsenwirkungen und daraus resultierenden Strömungserhöhungen ohnehin eine größere Durchlässigkeit haben als es die zweidimensionale, rein geometrische Betrachtung hergibt.

Im Fall größerer Strömungsbelastung, ob durch Wellengang oder weiträumig anströmende Wassermassen induziert, nimmt die Durchlässigkeit aus der hier beschriebenen Mechanik so zu, dass sich letztlich eine Durchlässigkeit von 100 % einstellt, womit die Pfahlreihen dann ohne jede Wirkung sind.

Die Arbeit von Trampenau / Oumeraci ist keineswegs der herausragende Stand der Wissenschaft bzw. die finale Erkenntnis, nach der nun Buhnenprojekte der hier vorangetriebenen Art „berechenbar“ geworden sein sollen. Vielmehr ist diese Arbeit eher nur eine Standortbestimmung und der Versuch, zukünftige Forschungsfelder und Fragestellungen zu definieren. Die Vielzahl offener Randbedingungen sind beileibe noch lange nicht umfänglich erfasst geschweige denn analysiert. Insbesondere lassen sich diverse Ergebnisse keineswegs pauschal an individuelle Problemstellungen konkreter Küstenabschnitte anpassen oder übertragen. Die Arbeit beschäftigt sich zudem im Schwerpunkt mit dem Versuch, auftretende Strömungen und Änderungen der Wasserspiegel zu beschreiben oder zu verstehen. Die Prozesse der Umlagerung oder zielgerichteten Sedimentation von Sand sind im Wesentlichen nicht beschrieben. Positive Effekte können von durchlässigen Holzpfahlbuhnen ausgehen, durchaus aber auch nur reine Folge von Sandeinspülungen sein, so lautet eine beiläufig im Text von Trampenau / Oumeraci (Seite 269) erwähnte Erkenntnis. Wie touristisch nutzbarer Strand, der zugleich bei erhöhten Wasserständen auch die Funktion des nötigen Küstenschutzes leistet, entstehen soll, bleibt vollständig offen. Das aber ist die zentrale Fragestellung, die bisher keine Antwort erfahren hat.

Die darauf aufsetzende, den Test-Buhnenfeldern zugrunde liegende Ausführungsplanung ist tatsächlich von einer Vielzahl getroffener Annahmen durchsetzt, die einer Ableitung aus wissenschafticher Erkenntnis nicht zugänglich sind. Insbesondere fehlen vollständig tatsächlich den Küstenschutz verbessernde Komponenten, die für ein Erreichen der Projektziele von herausragender Bedeutung sind.

Verlassen sich die Eigentümer der gefährdeten Graswarder-Villen auf das hinsichtlich der inneren Mechanik keineswegs verstandene oder gar nachgewiesen taugliche „Konzept“ des Herrn Olaf Eggers, wird es den erhofften Erfolg nicht geben. Sie werden „nackt“ dastehen und mittelfristig ihre Häuser verlieren.
In der wiederholt in meiner Webseite benutzten Analogie zum Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ erscheint mir der alle anderen oder kritischen Sichtweisen niederkämpfende Protagonist weiterer Buhnenfelder in „durchlässiger“ Bauart als eine Art Hofschranze, die dem staunenden Publikum lauthals verkündet, persönlich die sagenhaften „Schneider“ zu unser aller Wohl gefunden zu haben. Dem ist nicht so.

Es war nicht das Sturmtief „Herwart“

Der Artikel „Herwart bringt Böen der Stärke 12″ der Redaktion vom „Fehmarnsches Tageblatt“, online zu lesen unter www.fehmarn24.de, mit Datum 30.10.2017, beschreibt zutreffend den Durchzug von Sturmtief „Herwart“: Am Sonntag, den 29.10.2017, zog das heftige Sturmfeld in den frühen Morgenstunden von Westen (nicht allein) über Fehmarn wie auch Heiligenhafen hinweg. Zu Mittag war es bereits deutlich abgeflaut. Gegen 18:00 lagen die Windgeschwindigkeiten dann nur noch bei etwa 7 Bft und meist darunter.
Am Kieler Leuchtturm  –ungestört und frei im Wind stehend–  wurden so gegen 08:00 Uhr Orkanböen bis an die Windstärke 11 Bft. heran gemessen. Das entspricht dem eingangs erwähnten Zeitungsartikel, demnach die Fehmarnsundbrücke wegen Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 km/h zeitweise sogar komplett gesperrt war. Soweit anderweitig von Böen noch größerer Windgeschwindigkeiten bis hin zu Windstärken jenseits der Zwölf die Rede ist, wage ich das in den Bereich von Messungenauigkeiten zu schieben. Sehr kleinräumige Turbulenzen durch Geländesprünge, Dach- und Gebäudekanten in der Nähe der Messwertaufnehmer können zu Wirbeln führen, die eine vorgeblich gemessene Windstärke mit einem Wert belegen, der zwar auf irgendeinem Display für geringste Zeit aufgetaucht sein mag und der Gier nach Sensationen Befriedigung verschafft, doch für eine Beschreibung des Wetters im Sinne Beauforts nicht wirklich taugt. Deshalb folge ich da der Darstellung des GEOMAR – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, das die Wetterstation auf dem Kieler Leuchtturm betreibt:
Sturmfeld Herwert, ungeprüfte Rohdatendarstellung des GEOMAR, Kiel
[Hinweis: Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des GEOMAR; es handelt sich NICHT um offizielle Daten des DWD Deutschen Wetter Dienstes. Um Beachtung wird gebeten.]

Zu diesem Windverlauf kommen die Pegelstände des BSH hinzu:
Samstag den 28.10., lag der Pegel ab den Morgenstunden den restlichen Tag unterhalb des Normal-Null-Pegelstandes, zur Nacht hin über Stunden bei etwa 35cm unter NN:
PegelOnline der WSV.de Verlauf 28.10. bis 30.10.2017, kommentiert
Quelle: „www.pegelonline.wsv.de”

Die Windrichtung war den ganzen Samstag rein West. Dann lief der Wind in der Zeit des Sturmfeldes von West zu Nordwest (WNW) auf NW und zeitweilig bis auf NNW. Ab Tagesmitte etwa drehte der Wind dann wieder zurück bis unter NW. Ab Mitternacht dann bis an Montagmittag lief der Wind nochmals bis NW und auch NNW.
Der am Vortag, Sonntag, abends von 7 Bft. bis auf knapp noch 6 Bft. abgeflaute Wind blieb bis Montag in den späten Vormittag hinein um und bei 6 Bft., dann ging dem ganzen endgültig mehr oder weniger die Luft aus.
In der Gesamtbetrachtung war der Warderhaken in dieser Zeit nach Durchgang des Sturmfeldes einem erhöhten Wasserstand von rund einem Meter ausgesetzt. Das sind immer noch knapp 25 cm unter einem durchschnittlichen Hochwasser (MHW, 623 cm // NN = MW = 504 cm Pegel für Heiligenhafen), was nicht sonderlich viel ist. So war es vorhersehbar auch nicht nötig, die am Freitag begonnene Montage der mobilen Hochwasser-Schutzwand unter Hochdruck zum Abschluss zu bringen, weil der Überflutungspegel im Hafenbecken et. al. erkennbar nicht mehr erreicht werden würde.

Allerdings hielt sich der erhöhte Wasserstand über eine Zeit von 20 Stunden, was dann doch schon beträchtlich ist, zumal wenn immerhin starker Wind aus dem unangenehmen Sektor Nord-West wirkt. Dabei ist klar zu betonen, dass der Sturm mit zeitweise auch die Kategorie „Orkan“ erreichender Stärke selbst nicht in direkter Verbindung mit dem überaus beträchtlichen Sandverlust an den Badestränden hier steht. Tatsächlich hat der harte Wind die sich schon zuvor von weit östlich Fehmarn und der „Darßer Schwelle“ in Bewegung setzende Wassermenge niedergehalten, denn das Wasser musste gegen die vorherrschende Windrichtung durch den Fehmarnbelt nach Westen laufen. Alles weitere dazu hatte ich bereits schon vor dem eigentlichen Sturmgeschehen hier beschrieben.

Also: Nicht der Sturm „Herwart“ hat zu dem betrüblichen Sandverlust nun geführt, sondern ein ansonsten gar nicht ungewöhnliches moderates Hochwasser mit immer noch segelbarem Wind aus dem NW-Quadranten. Tatsächlich kreuzte am Sonntagabend noch ein von Gedser her kommendes, gar nicht großes, aber seetaugliches Segelboot die Heiligenhafener Fahrrinne hoch bis in den Yachthafen. Bei Orkan und Windstärken von 135 km/h wäre das ganz sicher nicht möglich gewesen!

Wenn also ein an sich nicht weiter dramatisches Geschehen so gründlich den (einstigen) Hauptbadestrand ausräumt, brauchen wir hier über Sandaufspülungen wahrlich nicht weiter mehr zu reden. Nachhaltig kann so ein Vorgehen nicht sein. Betrachten wir die in den letzten Jahren aufgespülten und herangekarrten Sandmengen, und setzen die einmal in Relation zu den STUNDEN mit Sturm, denen mehr schlecht als recht getrotzt wurde, dann verlieren die bisherigen Vorgehensweisen vollends Sinn und Berechtigung.

So, die Leser, die sich nicht schon nach 60 Worten davon gemacht haben weil ihnen meine Kritik ohnehin nicht passt, dürfen sich nun noch über ein paar bebilderte Ausführungen freuen:
Die von mir mit Augenzwinkern und doch mit Ernst so bezeichneten „Buhnisten“, die allein noch nur die Idee „durchlässiger“ Holzpfahlbuhnen und damit verbundene Hoffnungen verfolgen in Ermangelung besseren hydromechanischen Verständnisses, stellen gern Bilder in die Welt mit der Behauptung, ein Bild „sagt mehr als tausend Worte“.
Dann frage ich diese Leute mal: Was sagt dieses Bild?
Wildwasservor dem Hauptstrand Heiligenhafens am 29.10.2017
Ich habe das mit einer digitalen Kompaktkamera von der Seebrücke aus mit Blick in Richtung Westen am Sonntag, den 29.10.2017 um 16:08 aufgenommen. Pegelstand 588 cm, also 84 cm höher als der Normalwasserstand. Und nein: Das Bild wurde in keiner Form nachbearbeitet, nur in den Rändern oben und unten beschnitten. Die Kamera (CoolPix P7000) hat ein optisch 7,1-fach vergrößerndes Objektiv. Zudem kann die Aufnahme digital noch eine 4-fach Vergrößerung erfahren. Insgesamt ergäbe das für das Kleinbild-Format (herkömmlicher Foto-Film) eine Brennweite von 800 mm. Das für die Photografen.
Das Bild ist auch kein kurioser Schnappschuss: Wer in der Zeit von etwa 14:30 bis 18:00 ebenfalls ein Bild von der Seebrücke aus in die gleiche Richtung gemacht hat, dürfte in einem detailvergrößerten Bildausschnitt das gleiche tosende Wasser finden und sehen. Wer mag sich denn bitte einmal an eine Erläuterung dessen wagen, was genau in dieser Aufnahme verborgen ist? Das „sieht doch jeder“? Nein!

Sind wir uns nun einig, dass ein Photo ohne Erklärung der abgebildeten Zustände und ohne Beschreibung der Rahmenbedingungen (Tag, Uhrzeit, Wasserstand, …) eben nicht die Aussagekraft hat, die gern ganz schnell und absolut behauptet wird?

Dazu ein Negativ-Beispiel, sogar doppelt: In Bild und Text!

(Quelle: Screenshot FB 28.10.2017)
Wie dort das gleiche Bild:

…sowie die „Totale“ dazu:

[Die beiden vorstehenden Bilder sind vom Dienstag, den 31.10.2017, jeweils 16:30 Uhr.]
Für Deckungsgleichheit hätte ich noch so zwei Meter weiter nach rechts ins Wasser gehen und die Augenhöhe verringern müssen. Auch so ist unschwer anhand eines Vergleiches der Pfahlköpfe und deren Gruppierung zu erkennen, dass die Aufnahmepositionen gleich sind.
Auch dazu wieder der Pegelverlauf aus der Quelle „www.pegelonline.wsv.de”:
PegelOnline der WSV.de Verlauf 29.10. bis 31.10.2017
Somit ist auch klar, um welche Buhnenreihen es sich in dem Eggers’schen Post genau handelt.

Nun zu den Bildaussagen:
Am Samstag, den 28.10., zum Aufnahmezeitpunkt der vom HVB-Buhnenberater Herrn Eggers bei Facebook eingestellten Bilder war noch kein „Sturm“. Es herrschten bis zu 7 Bft., das Sturmtief Herwart war erst im Anzug. Warum sollten das „perfekte Bedingungen auch für die Testbuhnen sein“? Woher nimmt Herr Eggers das?
Die Behauptung, die Buhnen hätten „in den letzten Monaten eine submarine Terrasse aus feinem Sand wachsen lassen“ ist genauso hanebüchener Unsinn. Meint Herr Eggers damit den in seinem Bild sichtbaren weißen Meerschaumstreifen parallel unterhalb der Kimm über die ganze Bildbreite hinweg? Nein, das sind Zonen des weit außerhalb des Einflusses der Testbuhnenfelder laufenden Sediment-Transports, die sich an Seepark ablösen und ihre Fracht vom Steilufer in den Bereich westlich der neuen Seebrücke und weiter transportieren.
Der Facebook-Thread-Ersteller Eggers kann eindeutig nur den parallel zwischen den Holzpfahlreihen nach rechts/seewärts hinauslaufenden Streifen brechender Wellen meinen. Die brechen und schäumen dort also, weil die Wassertiefe durch die submarine, feine Sandterrasse so entscheidend abgenommen hat? Bei Sturm also draußen, womit die Brecher keine Schäden mehr am Strand anrichten?
Wieder einmal DER großartige und überzeugende „Beweis“ für DIE unglaubliche Wirksamkeit der durchlässigen Pfahlbuhnen? Wer’s glaubt wird selig oder ist Buhnist…
…denn im gleich nachfolgenden Sturm dürfte dann ja nicht viel passiert sein, zumal es ja nicht einmal eine Sturmflut gab.

Zur Klarstellung: Die von Herrn Eggers behauptete „submarine Terrasse“ ist tatsächlich die alte, lange schon versunkene, viele tausend Tonnen schwere ehemalige Mole stromluv-seitig der einstigen Schiffahrtsrinne zwischen Stein- und Graswarder hindurch. Sie wurde nicht aufgenommen und beseitigt, sondern geriet nur vollends bei den Projektverantwortlichen der Testbuhnenfelder in Vergessenheit.
Hier nochmals das Bild!
Heiligenhafen vor Turm 5 - die vergessene alte Hafenzufahrtsmole
Und nachstehend der Blick von gleicher Stelle nach See hinaus:
Die seewärtige
Die Mole ist wahrlich lang. Und: Allein sie sorgt dafür, dass nach Westen hin weit in das „Testbuhnenfeld“ hinein bei normalem Wetter ein Stillwasserbereich besteht, in dem sich mitgeführte sandige Schwebfracht der Strömung absetzen kann.
Wer das bisher nicht zur Kenntnis nehmen wollte, hat es ja wohl schlichtweg ignoriert um nicht mit der eigenen alternativen Wahrheit auf Grund zu laufen.

Und weiter: Es gab keine Schäden?
Westlich vom Strandaufgang bei Turm 5 - verlorene Sandmassen
Bei Normalwasserstand werden die Buhnisten wieder mit den gleichen Bildern und Sprüchen kommen, die wir nun viel zu oft schon gehört haben: „Zwischen den Buhnen ist der Strand so sandig wie nie!“ Das ist momentan durchaus ja der Fall, aber nicht „durch“ oder „wegen“ der Eggers’schen Buhnen. Niemand darf verschweigen, dass der Sand allein von den tausenden Kubikmetern Sand entlang des Strandwalls ab Turm 5 bzw. von westlich der versunkenen Mole bis zur zweiten Seebrücke vor der DLRG-Hauptwache und darüber hinaus bis zur ersten ebenfalls ungepflegten und versackten Steinmole westlich davon kommt. Die Buhnen werden „ernährt“ von den massiv dort für nur kürzeste Verweildauer teuer hingeschafften Sandmassen, also mit Förder- und Stadtkassengeldern. Mit Ihren Steuergeldern! Die dann insbesondere fehlen, um andere dringende Aufgaben hier in Heiligenhafen anzugehen. Erhaltung der städtischen Infrastruktur, sozialer Wohnungsbau, und dergleichen mehr.

Jetzt nachts am Strand 27102017

Jetzt nachts am Strand

In meinem Beitrag „Die übersehene Mole bei Turm 5 – ein Wehr“ und den beiden dazu nachgeschalteten Kommentaren geht es ja um die tatsächliche bzw. aktuelle Lage am Strand, um das was wir sehen, was tatsächlich hydromechanisch dahinter steckt, die anstehende Wind-Saison und die Entscheidungs-Not der Stadtvertretung.

Dieses letzte Wochenende im Oktober bietet sehr verdichtet nun ein Wettergeschehen an, das jedem aufmerksamen Beobachter die Gelegenheit gibt, die schnellen und leider nachteiligen Veränderungen an unseren Stränden zu verfolgen.

Im letztem Abendlicht habe ich noch versucht, ein paar Photos aufzunehmen. Nicht, dass es in einiger Zeit wieder heißt, es wäre jetzt eine Sturmflut gewesen.
„Wir glauben, was wir glauben wollen!“ Nein, so nicht…

(Bild aufgenommen am 27.10.2017 um 18:19 Uhr bei Pegel 553 cm)

Also heute in der Nacht von Freitag, den 27. Oktober, auf Samstag, den 28. 10. 2017, haben wir eine kaum ungewöhnliche Wetterlage mit steifer Brise aus WNW (West zu NordWest) bei Aufnahme der hier gezeigten Bilder von etwa 290° Grad auf der 360° Windrose:
Die zweite  Aufnahme mit dem Holzpfahlkopf zeigt den seit der Sandaufspülung Ende Oktober 2016 bzw. nach der Rückhol-Baggerung im Januar 2017 bis gestern noch vollständig mit Sand überdeckten, höherstehenden ersten Rammpfahl der von Westen gezählt 6. Pfahlreihe des westlichen Test-Buhnenfeldes:

...sie sind wieder da! Ein Wunder des Buhnismus ;-))

Testfeld „West“ sechste Phahlreihe von Westen: Kopf des landseitig ersten und höherstehenden Markierungspfahls der durchlässigen Testbuhnen am 27.10.2017 gegen 19:46 bei Pegel 570 cm

Nun liegt der erste dieser Bezugspfähle, die für den „großartigen Erfolg“ der Pfahlbuhnen herangezogen wurden, wieder frei und ragt ein gutes Stück aus dem verbliebenen Sand heraus. Das wird sich bis morgen früh auch nicht mehr zum Besseren wenden.

Die Aufnahme entstand kurz vor 20 Uhr zum Zeitpunkt des Pegel-Maximums für heute Abend von 570 cm. Da „Normal-Null“ in Heiligenhafen bei 504 cm liegt, hatten wir demnach 66 cm höheres Wasser. Das ist mitnichten eine Sturmflut, zumal die Windstärke bei 6 Bft. bis nicht einmal an 7 Bft. heran ( Bft. = Beaufort-Windskala, eine die Seebedingungen beschreibende, gut nachfühlbare und bei Seeleuten gebräuchliche Einteilung ) noch immer moderat war.

Und dennoch: Wenn es wieder hell wird, jetzt Samstag, dann werden wir erneut sehen, wie besonders an Turm 5 der Sand um das kleine Huk herum, die „Ecke“ dort, fortgespült worden ist. Der wasserbauliche Hintergrund ist von mir ja in dem längeren, durchaus fachspezifischen Beitrag in den Grobstrukturen beschrieben worden. Das Ausmaß jetzt in dieser Nacht von Freitag auf Sonnabend hält sich allerdings noch sehr in Grenzen.

Wasserstandsanzeiger im ehemaligen Hafen der Stadt Heiligenhafen

Pegel / Wasserstands- anzeiger im ehemaligen Kommunalhafen der Stadt Heiligenhafen, nun Eigentum der HVB. Zeigt 63 cm über NN um 20:10 Uhr am 27.10.2017

Auch wird sich die links, also westlich vom Strandaufgang zeigende Kante am Spülsaum bei Hochwasserstand um 20 Uhr nicht so krass abzeichnen, wie es im Artikel der Lübecker Nachrichten vom 29. Dezember 2016 abgebildet war.
Der Grund ist ganz einfach, dass nun ja ohnehin nur ein kläglicher Rest der eigentlich doppelt eingebrachten Sandmassen (einmal die Aufspülung im Spätherbst 2016, dann die umfangreiche Aufbaggerung im Januar 2017) dort überhaupt noch vorhanden ist.

Nun, wer immer dieses hier liest bevor Samstag, der 28. Oktober 2017, verstrichen ist, der möge sich doch bitte zu den sehr späten Abendstunden oder besser noch am frühen Sonntagmorgen gegen 02:00 Uhr an die Küste begeben. Dann weht dort ein Wind, der sich Sturm nennen darf. In der Folge wird der Wind das Wasser so in Bewegung setzen, dass wir bei Hochwasserstand dann am Sonntagabend  –wenn der Wind längst schon wieder ein gutes Stück abgeflaut ist– sehen werden, wie diese gigantisch schwere Wassermasse in ihrer nicht aufhaltbaren Bewegung über die Strände strömt und streckenweise auch schießt.
Dem sollen die zierlichen Pfahlreihen etwas entgegen stellen? Nein, da braucht es bessere Konzepte, die es durchaus auch gibt. Diese sind hier in Heiligenhafen leider seit Jahrzehnten schon nicht bedacht oder erkannt worden. Das muss sich ändern.

Weiter so, fünf Jahre das fragwürdige Monitoring abwarten, immer wieder Sand aufspülen, bei jedem Sturmhochwasser Angst um die Widerstandskraft der bereits in der Substanz sehr angegriffenen Düne zwischen den neuen Hotelbauten hin zum Graswarder haben, auf Fördergelder schielen –die so oder so unser aller Geld sind– ohne auf die damit verbundenen Auflagen zu achten, …, nein, das muss aufhören.
Einen ersten Schritt dazu hat das Stadtparlament in der Sitzung am vergangenen Donnerstag, den 26.10.2017, durch erneute Ablehnung der Beschlussvorlage in Sachen „Sandaufspülungen“ ja schon gemacht. Auch wenn einer der Geschäftsführer der HVB, Herr Manfred Wohnrade, noch kurz vor Sitzungsbeginn draußen auf dem Rathaus-Hof zugegen war, wohl um als Souffleur in eigener Sache sein Interesse an „Sand am Strand – koste es was es wolle“ bis zum Schluß zu stützen  ….  um dann nicht einmal selbst als Zuhörer im Sitzungssaal zugegen zu sein.
Tourismusförderung zu Lasten der Stadtkasse — auch das muss aufhören!

Die übersehene Mole bei Turm 5 – ein Wehr

Warum eigentlich ist es offenbar so schwer, die Sache mit einem schönen, touristisch nutzbaren und zugleich auch sturmlagensicheren Strand in den Griff zu bekommen?

Meine Kritik richtet sich ja dahin, dass die Komplexität der technischen Problematik bisher nicht mit hinreichend verständiger Betrachtung und daraus treffender Analyse angegangen wurde. Insbesondere ist der Erläuterungsbericht zur Entwurfsplanung vom 18.08.2015 der Ingenieurbüro Mohn GmbH, 25813 Husum, mit dem Titel „Testbuhnen und Strandaufspülungen Steinwarder“ unter Briefkopf und Amtssiegel der Stadt Heiligenhafen und tatsächlicher Verantwortung [Anm.: Durch „Erneuerung“ der Webseiten unter dem URL www.hvbkg.de Anfang Januar 2019 sind dort alle aussagekräftigen Inhalte und hinterlegten Dokumente „verschwunden“ — Tranzparenz ist nicht gewollt?] des städtischen Eigenbetriebes HVB GmbH&Co.KG nicht im Ansatz mit Kenntnissen unterlegt, die basierend auf sowohl theoretischem Modellwissen wie auch praktischer Erfahrung in Verbindung mit sorgsamer Felderkundung und Beobachtung von Extremlagen den Ist-Zustand erfassen und daraus zielführende Empfehlungen und Schlussfolgerungen ableiten. Ein Beispiel finden Sie in diesem Text. Vergleichen Sie mit dem Erläuterungsbericht, etwa dort der Seite 11. Schon im Absatz „2.5 Küstennaher Sedimenttransport im Planungsgebiet“ sind die Annahmen gemäß Satz vier und fünf ff. schlichtweg unsauber und auch falsch.

Wiederholt finden sich in dem Erläuterungsbericht allgemeine Positionen, denen willkürlich anmutende Setzungen folgen. Ein Beispiel: „Gewählt wird eine Buhnenhöhe, bei der die Buhnenwurzel rd. 0,50 m oberhalb des ursprünglichen Strandniveaus liegt…“ [Seite 20 Vorplanung_Web]
Warum? Woher nehmen die Autoren des Bau- und Durchführungsgutachten das? Nur weil in Zingst, Neuendorf, Zempin, Bansin, Rostocker Heide, Vitte oder in Kühlungsborn*, Markgrafenheide, Graal, Dierhagen, Wustrow, Ahrenshoop, Vordarß irgendwas irgendwie von irgendwem mal gemacht wurde, wird ein daraus pseudo-mathematisch gewählter Durchschnittswert als für Heiligenhafen tauglich abgeleitet? Wäre da nicht die konkrete Analyse der tatsächlich vor Heiligenhafen herrschenden Bedingungen wichtiger gewesen?
Fehlt es da insgesamt an dem einzufordernden Experten- und Ingenieurswissen?

* [Welche Rolle spielt eigentlich die große Hafenmole vom Yachthafen Kühlungsborn in Bezug auf die dort vornehmlich von Westen antransportierten Sedimente? Kann man das einfach so außen vor lassen?]

Mir kann niemand weismachen, dass auf dem exemplarisch gezeigten Bild tatsächlich ein tauglicher Strand zu sehen ist. Oder wird eine Sandbank bei Niedrigwasser dem gleichgesetzt? Das ist anzunehmen, denn schon ein Sandflecken auf dem Seeboden bei Niedrigwasser wird vom hiesigen leitenden Buhnisten als „großartiger Erfolg“ und Wirkungsnachweis propagiert.

Sicher fehlt es an einem tieferen Verständnis dessen, was sich bei oberflächlicher Anschauung der Gegebenheiten bildhaft zeigt. „Das ist so, das sieht man doch!“ heißt es regelmäßig, gerade auch hier in Heiligenhafen. Aber was genau sieht man, und warum ist das so? Und selbst der Blick auf die Uferkante, sogar wenn der etwas großräumiger angelegt ist etwa von der Problemstelle an „Turm 5“ bis nach Westen hin zum Seepark und der dortigen „Hensen“-Buhne, liefert aus sich heraus noch keinen Zugang zur Beschreibung aller relevanten Randbedingungen, die für ein Modell und daraus einen Vorschlag für nachhaltige S(tr)and-Verbesserung berücksichtigt werden müssen.

Leider oft fällt es Experten zudem kommunikativ schwer, sich mit kraftvollen Behauptungen losblubbernder Quarkköpfe auseinander zu setzen, die behaupten, schon seit Kindertagen aus vorgeblicher Ortskenntnis heraus alles besser zu wissen als der ortsfremde Theoretiker. „Das weiß (hier) doch jeder!“ Nein, so einfach ist es eben nicht. Die Prozesse der schleichenden Veränderungen an der Küste bedürfen schon eines tieferen hydromechanischen Verständnisses, und dazu dann doch des Wissens um die erst in der Betrachtung über längere Zeit sichtbar werdenden Veränderungen.

Deshalb ein kleiner Ausflug in modelltheoretische Überlegungen:

Wie leben in einer dreidimensionalen Welt. Mathematisch ist das ein kartesisches Orthogonalsystem. Uns bekannt als Beschreibung des Raumes durch „Länge-Breite-Höhe“. So sehen wir die Welt, begreifen wir sie im Sinne des Wortes.

Was einem jeden zudem zugänglich sein dürfte und wovon wir zumindest eine wie auch immer geartete Vorstellung haben, ist: Über diese Dreidimensionalität hinaus kann es noch weitere Dimensionen geben. Physiker, die sich mit der Relativität befassen sind es gewohnt, in zumindest vier Dimensionen zu rechnen und zu denken, auch wenn das schon unseren normalen Horizont übersteigt. Da geht es um die Zeit als vierte Dimension. Science-Fiction Autoren spielen gern mit der Vorstellung, wir könnten in der Zeit vor und zurück wandern. Schon da kommen Gedankenspiele auf, denen wir eigentlich nicht folgen können. Doch haben wir als soziale Wesen mit Erinnerungsvermögen zumindest eine Vorstellung davon, was Zeit ist. So ist es also keineswegs ungewöhnlich wenn es Menschen gibt, die sich gedanklich in einer mehrdimensionalen Welt bewegen und sogar zurecht finden.

Losgelöst von unserer normalen, dreidimensionalen Umwelt ist die zunächst zweckfreie Mathematik in der Lage, einen „Raum“ mit sogar beliebiger Dimensionalität zu erfassen, mathematisch zu beschreiben und berechenbar werden zu lassen. Ob wir dem mit unseren beschränkten, biologisch determinierten Fähigkeiten etwas abgewinnen können, bleibt für die meisten von uns dahingestellt und sicher ohne Bedeutung für unser tägliches Leben.

Ist das wirklich so?

Tatsächlich versuchen Ingenieure, ihre Probleme in der Beschreibung und Berechnung technischer Systeme mit Hilfe der von der Mathematik bereitgestellten Werkzeuge in den Griff zu bekommen. Das ist keine leichte Übung, denn der Ingenieur sieht sich mit den praktischen Problemen der normalen Realität konfrontiert, und so fällt es vielen von ihnen sehr schwer, in den abstrakten Welten der Mathematik und auch der Physiker zu denken und deren Berechnungswege mit der praktischen Herausforderung in Übereinstimmung zu bringen. Einigen gelingt es dann, mit „glücklicher Hand“ ein Gespür für taugliche Lösungen zu finden. Was bleibt, wenn auch das fehlt? Empirische Wissenschaft…

Was, bitte, haben nun „n-dimensionale Vektorräume“ der Mathematik mit dem Strand vor Heiligenhafen zu tun? Sehr viel sogar!
Die Erfassung aller Einflussgrößen mit Hilfe der das Verhalten von fluiden Körpern, hier also Wasser mit seinen verschiedenen Strömungsarten, im Detail sehr wohl beschreibenden Mathematik und Physik, ist dermaßen komplex, dass eine Lösung der hier bestehenden gesamten Problematik aus rein theoretischen Überlegungen heraus nicht möglich ist. Dazu müssten alle Randbedingungen wie etwa die Seebodenbeschaffenheit und vieles mehr geeignet in die Sprache der Mathematik „übersetzt“ werden. Daraus entstünde ein aggregiertes Formel-Gebirge, welches selbst mit Supercomputern nicht zu einer definitiven Lösung gerechnet werden könnte. Einmal angenommen, alle relevanten Einflüsse würden überhaupt gesehen und verstanden werden, wie wollte man zudem deren Größenordnungen abschätzen und zu einem handhabbaren Katalog verbinden?

Deshalb versuchen Ingenieure, theoretische Modellüberlegungen etwa im Bereich Wasserbau durch Modellversuche im Wassertank und teilweise sogar in einzelnen Küstenabschnitten abzubilden und einer beschreibenden Erkenntnis zuzuführen. Deshalb dürften die im späten Teil des Jahres 2016 in Heiligenhafen gerammten Holzpfahlreihen eben Test-Buhnenfelder heißen. Nur, warum sollen wir ständig dafür bezahlen, wenn sich hier Leute versuchen, die weder ein tief verwurzeltes Gefühl noch ein intuitiv richtig liegendes Einschätzungsvermögen aus praktischem Erfahrungswissen für die Lage haben, wenn die See eben nicht mehr still und ruhig vor den Stränden liegt?
Wurde hier der gravierende (Anfänger-) Fehler begangen, einen Versuchsaufbau –dessen tatsächliche Wirksamkeit zudem in Frage zu stellen ist– unangepasst nach Heiligenhafen zu verpflanzen und diesen zudem nicht einmal daraufhin zu prüfen, ob der Test-Aufbau von erheblich mächtigeren, jedoch ungesehenen und somit unverstandenen Effekten überlagert wird? Da setzt meine grundlegende und sehr fundamentale Kritik an. Der Test-Aufbau hier ist völlig wertlos, allein schon weil die Existenz der angeblich beseitigten „alten Fischermole“ stumpf übersehen wurde.

Schon deshalb macht es keinerlei Sinn,

  • nach Sand-Aufschüttung per LKW Anfang 2016,
  • Sand-Aufspülung im Oktober 2016,
  • Rückholung des ins Wasser gezogenen Sandes durch Aufbaggerung und Aufschieben im Januar 2017,
  • Umverteilung der Sandmassen entlang der Strände vor Ostern 2017,

nun schon wieder über Sandaufspülungen nachzudenken, solange nichts am weiteren „Versuchsaufbau“ korrigiert oder grundsätzlich neu gefasst wird und insbesondere die bislang unberücksichtigten Einflussgrößen nicht verstanden und zumindest summarisch berücksichtigt sind.
Ich habe bereits vor geraumer Zeit und an anderer Stelle geschrieben, dass grundsätzliche Fehler schon in der Betrachtungsweise der Situation vor Ort an unseren Stränden vorliegen.

Nur in der Draufsicht, aus Luft- oder Satellitenbildern, die flächige (2-dimensionale) Entwicklung zu betrachten, ist unzureichend. Es muss mindestens eine Beobachtung der Massenverlagerungen vorgenommen werden, also die räumliche (3-dimensionale) Beschreibung. Das bislang entgegen anderer Ankündigungen nicht offengelegte Monitoring dürfte eine entsprechende Vermessung der Volumina mittels Rostaufnahmen beinhalten. Ich wage hier zu sagen, dass die wahrscheinlich noch spärlichen und damit scheinbar nicht repräsentativen Daten grundsätzlich nicht geeignet sind, eine Aussage über die erhoffte Wirksamkeit der Testbuhnen zu treffen. Die Initiatoren dieses Projektes dürften deshalb eine Position des weiteren Abwartens einnehmen.

Warum also soll in Widerspruch dazu das aus Laien zusammengesetzte Stadtparlament eine unter Zeitdruck stehende Entscheidung treffen, zum vorgeblichen Schutz der Strände und Strandwälle erneut sehr teure Sandaufspülungen anzuschieben, wo doch die bisher beteiligten Experten vollkommen in der Deckung bleiben? Das Ende 2016 umgesetzte Projekt sollte per se eine Küstenschutzmaßnahme sein, so der letzte Absatz unter „1 Veranlassung“. „Das Ziel der Maßnahme soll neben dem Küstenschutzgedanken die Verbesserung des Strandes sein“. Letztlich ist der Auftrag nicht umgesetzt worden, denn die Situation bei signifikant höherem Wasserstand ist nicht im Ansatz hinreichend bearbeitet.

Wenn ich im vor-vorhergehenden Absatz fordere, mindestens die räumliche (dreidimensionale) Betrachtung anzugehen, dann liegt darunter eine weitere Schicht verborgen, und zwar die der energetischen Betrachtung: Selbst wenn es insgesamt „nur“ zu einer Massenumlagerung der aufgespülten und nochmals aufgeschobenen Sände hinein in den Bereich vor dem Spülsaum gekommen sein sollte (wovon die Situation an der Warderspitze tatsächlich eine andere Wahrheit offenlegt), beinhalten die ins Wasser gezogenen Sandmassen ein qualitativ schlechteres und damit niedrigeres Potential im Sinn von „Lage-Energie“.
Oder bildlich anders herum gesagt: Je höher der Sand gelagert ist, um so besser. Und zwar in zweifacher Hinsicht: Zum einen ist touristisch wertvoller Strand der Sand, der deutlich oberhalb der Normalwasserstände gelagert ist. Der ist wegen abnehmendem Kapillarwassers trockener und wird somit über Tag wärmer da der Einfluss von Verdunstungskühlung abnimmt. Dieser nur „nette“ Nebeneffekt steht selbstredend weit zurück hinter der Tatsache, dass

  • diese hochstehenden Sandmassen im Fall eines Hochwasser den heranrollenden und brechenden Wellen entgegen stehen,
  • sich die Energie des Wassers an der dann immer noch in hinreichend weitem Abstand liegenden Uferlinie austosen kann und somit
  • die Strandwälle erst gar nicht von der anprallenden Energie in Mitleidenschaft gezogen werden. (Siehe den Strand westlich der Hensen-Buhne bis hin zum Strandrestaurant „Sunset Bar„)

Selbst wenn –wie die derzeitigen Protagonisten realitätsfremd versprechen– durch die durchlässigen Holzpfahl-Buhnen „Unterwasserterrassen“ entstünden (was tatsächlich nicht der Fall ist), wären diese wirkungslos. Denn: Wellen beginnen (das ist jetzt hier eine sehr verkürzende und vergröbernde Darstellung) sich hinsichtlich der Wellenlänge zusammenzuschieben und aufzusteilen, wenn die Wassertiefe weniger als das doppelte der signifikanten Wellenhöhe ist.

Nehmen wir einmal an, die jetzigen Pfahlbuhnen würden wirken und würden Unterwasserterrassen formen die bis etwa 1 m unter NN stehen, und nehmen wir weiter an, wir hätten ein Sturmhochwasser von +1,4 m über NN, dann läge in der Situation die Wassertiefe bei 2,4 m.
Also stehen dann Brecher, die mit einer Wellenhöhe von 1,2 m anlaufen und beginnen sich aufzusteilen und zusammenzuschieben, nicht weit von der Hochwasser-Uferlinie. Und die liegt dann deutlich näher an dem Strandwall entlang der Promenade, weil die Buhnenfelder eben gar keinen Strandaufbau leisten, erst recht nicht mit einer Auflagerung von Sand deutlich oberhalb der Normal-Wasserlinie! Es steht kein Wort dazu geschrieben, wie denn Sand –der eventuell durch die durchlässigen Holzpfahl-Buhnen in der Verweildauer gestützt wird– in nennenswerter Menge auf ein höheres Energieniveau gelangen soll.

Sie haben’s gemerkt? Jetzt denken wir schon über eine Systematik von 5 Dimensionen nach: Länge, Breite, Höhe (also das reine Volumen-Maß), sowie die Zeit und dazu die Lage-Energie (potentielle Energie).

Dazu kommen dann noch Strömungen, Druckänderungen durch Turbulenzen, Dichte-Änderungen durch mitgeführte Sedimente. Und das Ganze ist dann auch noch in die Einflusszonen verschiedener Seebauwerke wie auch die mehreren unterscheidbaren Bereiche spezifischer Seeboden-Beschaffenheit und -Topografie einzuordnen. Und dann ist noch zu berücksichtigen was passiert, sollten sich in einem kalten Winter Eisschollen bilden, vor den Stränden auftürmen und bei Driftbewegungen alle Seebauwerke mit gewaltigen Querkräften belasten.

Ja, da könnte einem schon mal der Kopf platzen…

So ist es kein Wunder, wenn der eine oder andere meint, durch Simplifizierung eine Lösung anbieten zu können, die einem jeden Laien nachvollziehbar erscheint. Sind wirklich alle Probleme gelöst, wenn der Spülsaum bei Normalwasserstand mit Hilfe von „durchlässigen Holzpfahlbuhnen“ die Form einer geraden Uferlinie annimmt?

Nein. Wer sich in der Draufsicht über einen geraden Uferverlauf freut, denkt weder mehr- noch dreidimensional, nicht einmal zweidimensional, sondern EINDIMENSIONAL! Das ist naiv. Und ich versehe das hier mit dem Begriff „Buhnismus“: Wenn Glaube und Hoffnung jegliche Expertise ersetzt.

Komme ich also auf die mehrdimensionale Betrachtungsweise anschaulich zurück:

Als ersten gravierenden Fehler von rund einem Dutzend in dem Test-Buhnen-Konzept habe ich die übersehene, längst versunkene ehemalige lange Steinmole der alten Fischerrinne benannt. Allein deren Existenz stellt das gesamte Testbuhnen-Projekt in seiner Aussagekraft in Frage. Nun betrachten wir einmal deren konkreten Einfluss:

Bei normalen Wasserständen, die um plus/minus 20 cm des Normalpegels schwanken, bildet sich in der üblicherweise von West nach Ost verlaufenden küstenparallelen Strömung und den vorherrschenden Windrichtungen von SW über West bis NW auf der vom Strand aus betrachteten linken Seite der versunkenen Steinmole ein Stauwasserbereich. In diesem setzen sich von der Strömung mitgeführte feine Sedimentanteile ab. Zu erkennen ist das, wenn man aus größerer Entfernung auf diesen Strandabschnitt blickt.
Dazu dieses Foto, aufgenommen von der großen „Neuen Seebrücke“ mit Blick nach Westen:
Blick von der Seebrücke nach Westen über das Testbuhnenfeld bei Turm 5
Blick von der Seebrücke auf das westliche Test-Buhnenfeld unter Markierung des Einflusses der übersehenen alten Steinmole (Aufnahme 15.10.2017 bei 520 cm Pegel).

Der sich üblicherweise von West nach Ost bewegende Strom steht auch bei östlichen Winden an, dann als Neerstrom entgegen der vom Wind induzierten Hauptströmung durch den Fehmarn-Sund in Richtung Westen. (Dazu in einem späteren Text mehr…)

Durch die Länge der Steinmole, die sich sehr erheblich weiter nach Norden erstreckt als die Zahnstocher-Reihen der Test-Holzbuhnen, reicht deren Einfluss hinsichtlich der küstenparallelen Strömung nicht nur in Richtung Osten nach Strömungs-Lee, sondern gerade auch nach Westen weit in das Testbuhnenfeld hinein. Früher, wie bereits beschrieben, wirkte sich der Molenkörper noch sehr viel weiter nach Westen aus bis über die DLRG-Hauptwache hinaus.

Worin aber besteht dieser Einfluss?

Es ist keineswegs nur die einfach zu verstehende Stauwirkung, die von der Mole ausgeht!

Eine fundierte Betrachtung der Situation an unseren Stränden kommt an einer Darstellung von höheren Wasserständen bis hin zu echten Hochwasserlagen nicht herum. Denken wir an die oben angerissene mehrdimensionale Betrachtungsweise, verändern sich insbesondere bei steigenden Wasserständen sehr gravierende Randbedingungen. Die zu beschreiben wird einen weiteren größeren Text erfordern. Also will ich hier nur einen Aspekt herausgreifen, von dem eine Expertise, auf die hin städtisches Geld in die Hand genommen wird, unbedingt hätte sprechen müssen. Da gibt es keine Entschuldigung.

Dieser Aspekt ist: Was ändert sich an der strömungsmechanischen Situation an der versunkenen Steinmole der ehemaligen Fischerrinne, wenn der Wasserpegel steigt und insbesondere die Strömungsgeschwindigkeiten der dann erheblich größeren Wassermassen und damit deren kinetische Energie massiv zunimmt? Dem mit numerischen Berechnungsmethoden beizukommen ist eine enorme Herausforderung, die wohl gar nicht zu bewältigen ist. Im Rahmen dieser Darstellung hier lassen sich allerdings einige Faktoren  –die weder erkannt noch berücksichtigt wurden–  zumindest in ihrer Existenz aufzeigen.

Ist die Mole bei normalen Wasserständen noch ein Staubauwerk, so ändert sich diese in ihrer hydromechanischen Wirkung hin zu einem von einer Schichtströmung überlaufenen Wehr in Form einer Sohlschwelle. Damit einher kommen Überlegungen aus dem Bereich der Thermodynamik und Potentialtheorie, jedenfalls im Grundsätzlichen, unterlegt von Betrachtungen über die verschiedenen Strömungsarten. Ohne das lässt sich die Situation vor Ort nicht durchdringen und verstehen.

Zudem wird die Annahme getroffen, dass die von Westen nach Osten setzende Strömung sich zumindest an der Strandseite so verhält, als hätten wir es mit einem offenen Gerinne zu tun ähnlich einem Fluss, also mit beidseitiger Begrenzung.

Nun mag der eine oder andere sagen: „ Nun fängt auch der Boldt an, herumzutricksen!“
Ja, der Einwand wäre berechtigt, wenn ich mich nicht zu der anderen Seite der „Gerinne“- Strömung äußern würde: Energetisch betrachtet ist die Seeseite der küstenparallelen Strömung durchaus begrenzt, denn bei Wind und Hochwasser aus West bis Nordwest oder auch aus Nordnordost läuft aus dem freien Seeraum bzw. links um Fehmarn herum ein „Wasserberg“ auf bzw. wird durch Windstau vor den Stränden gehalten (auch hier wird später noch eine Differenzierung fällig; jedenfalls ist das im Bereich zwischen Seepark und der alten Fischermole zu beobachten), der die Breite der zu betrachtenden Strömungsschicht asymptotisch nach seewärts begrenzt. Gegen die anströmenden Wassermassen erfolgt keine vom Strand wegführende Abströmung.
Somit können wir die alte Mole als Wehr in einem gerichteten, beidseits begrenzten offenen Gerinne betrachten. Das wird hydromechanisch verstanden und läßt sich zudem modelltheoretisch auch beschreiben und berechnen.

Was bedeutet das nun konkret?

Bei Starkwind driften die Wassermassen durch die „Berner Bucht“, seewärts begrenzt durch zwei Sediment-Transportzonen/-Bänder, die von der Hensen-Buhne bis auf den seewärtigen Kopf der versunkenen Fischermole zulaufen. Dabei werden die Wassermassen in einen Quasi-Trichter gedrückt, also in der Breite zusehends eingeengt. Weil Wasser nicht kompressibel ist, ein Massenverlust nicht auftritt, und der Energiegehalt der Strömung in Bezug auf den zu betrachtenden Querschnitt sich nicht ändert (es zählt die makroskopische Betrachtung; Energieumsetzungen von mechanischen Turbulenzen in Richtung Erwärmung dürften zu vernachlässigen sein, zudem erfolgt kontinuierlich ein Energieeintrag durch Wind), kommt es zu einer Überströmung der versunkenen Mole, die sich bei heftigerem Wettergeschehen von einer schleichenden Strömung hin zum typischen Geschehen über einem Wehr ändert.

Die auf der Westseite anstehende turbulente Strömung geht über der Schwelle in eine schießende Schichtströmung über. (Grenzschichtbetrachtungen, also die Reibung und Verwirbelung der Wassermassen direkt an den Oberflächen von Seeboden und Steinwall können wir hier beiseite lassen.)

Was hat das nun zu bedeuten?

Die von der Westseite aus zufließende Wassermasse passiert das Wehr, also die alte Fischerrinnen-Mole, und strömt nach Osten mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit ab. Da sich hinter der Mole der zur Verfügung stehende Raum noch düsenartig zweidimensional erweitert, nimmt insgesamt die Schicht schnell strömenden Wassers eine größere Breite bei höherer Geschwindigkeit ein und erreicht zudem hinter dem Wehr einen dann verminderten Wasserstand. Die Gesamtenergiemenge des Wasserkörpers bleibt dabei konstant. Dieser Effekt des niedrigeren Wasserspiegels, einhergehend mit vergrößerter Strömungsgeschwindigkeit, wirkt auch über das Wehr hinweg ein Stück nach Westen zurück, also nach Strom-Luv. Die dabei erhöhte Strömungsgeschwindigkeit, die sich zusätzlich durch überlagernde Wellenbelastung insbesondere an der rechten, also Strandwall-seitigen Kante auswirkt, ist die Ursache dafür, dass bei Hochwasserlagen verstärkt rechts vom Strandaufgang zwischen dem Restaurant „Suutje“ (vormals „kleine Sansi“, davor „Zur Muschel“) und der Lesehalle der Sand fortgerissen wird bis dass die Steinschüttung im Fuß des Strandwalls bei „Turm 5“ offen liegt. Dazu gibt es zahllose Photos, die allerdings erst vor diesem Strömungsgeschehen verstehbar werden und keineswegs „aus sich heraus“ sprechen.

Auf der anderen Seite, nach Osten geschaut, reißt die schießende Wasserschicht, die sich dem Beobachter durch ein Auseinanderziehen der einlaufenden Windwellen hin zu einer flachen Dünungswelle zeigt, gerade auch die gröberen Geröllanteile mit sich fort bis dahin, wo der schießende Abfluss in einen strömenden Abfluss zurück fällt. (Beobachten Sie einmal einen Wasserstahl etwa in der Dusche, der aufprallend auf einem glatten Boden zunächst glatt und flächig als schießende Strömung auseinander strebt, bis der Zustand schließlich kippt, durch Energie-„verlust“ und Boden-/Grenzschichtreibung der Widerstand wächst und zur Entstehung ringförmiger Wellen führt.)
Darüber hat sich im Laufe der Jahrzehnte die große Geröllfläche im Wasser westlich der Neuen Seebrücke bis etwa zur halben Strecke zur versunkenen Mole, dem unerkannten Wehr, entwickelt. Östlich der Neuen Seebrücke reicht dieses riesige Geröllfeld bis weit nach Osten bald vor den Strand vor dem ehemaligen Ferienlager der Sportjugend Berlin. So verwundert es auch nicht, dass gleich hinter dem kleinen Huk östlich von Turm 5 am Hundestrand das von der schießenden Strömung mitgerissene Geröll durchschnittlich größer ist als etwa im Bereich des Plateaus um die Neue Seebrücke herum. Die schwereren „Kattenköpp“ bleiben halt früher liegen als die leichteren Kiesel oder sonstigen Sedimentbestandteile.

An der alten Mole dort am Ferienlager, die ich selbst einst wieder aufsetzte, war der gleiche Effekt zuvor ebenfalls sichtbar. Er wird sich dort auch wieder einstellen, wenn die Steinmole nicht gepflegt wird. Ohnehin ist sie zu niedrig und bedürfte einer konstruktiven Verbesserung, um dann auch dem eigentlichen Graswarder in Verbindung mit weiteren sanften Eingriffen zu einem stabilen Sandstrand zu verhelfen.

Den Effekt der schießenden Strömung habe ich schon mehrmals auch vor den Wardervillen beobachtet, selbst wenn das Ereignis selten ist. Ende der 90er Jahre –das Datum könnte ich wohl noch herausfinden–  war es schon ein sehr eindrucksvolles Bild, bei Vollmond in klarer, kalter November- oder Dezembernacht, die mächtige breite Wasserschicht gleich einem weiten Fluss mit Tempo über den flachen Meeresboden dort rauschen zu sehen. Die Strömung war so stark, dass sich an mehreren Stellen sogar „stehende Wellen“ zeigten. Das sagt einem kundigen Hydrologen was…

Und so macht eine Sandaufspülung keinen Sinn, solange nicht die vier unterscheidbaren Strandabschnitte und besonders die zwischen ihnen liegenden Übergangs- und Grenzbereiche sauber beschrieben und hydromechanisch verstanden sind. Und darüber muss dann noch eine Einordnung der gesamten hiesigen Küste in die Systematik der Hochwasser-Ereignisse erfolgen. Dazu muss beschrieben und verstanden werden, dass es grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Hochwassern gibt, die einer unterschiedlichen inneren Mechanik unterliegen und somit jeweils eigene negative wie auch positive Effekte mit sich bringen (wenn man diese denn zu nutzen wüsste…). Was die Sache nicht einfacher macht sind daraus sich noch ergebende Mischformen.

Sie sehen, mit einem so billigen (und dafür viel zu teuer eingekauften) Text zur letzten hier unter Verantwortung der HVB durchgezogenen Strandverbesserungsmaßnahme kommen wir hier nicht weiter. Statt also wieder einmal „Geld ins Wasser zu schmeißen“, sollte endlich eine fachlich saubere Analyse vorgenommen und ein daraus schlüssig abgeleiteter Plan erarbeitet werden. Das erfordert ein Denken, aus dem das Wort „Ingenieur“ Bedeutung erhält.

Es ist jedenfalls kein Ausweis profunder Expertise, wenn ohne Nennung von Aufnahmedatum und Pegelstand zum Aufnahmezeitpunkt (hätte man das Datum, ließe sich der Wasserstand ja noch nachrecherchieren!) Bilder als „Beweis“ in dem von den HVB beauftragten Gutachten transportiert werden, noch dazu mit dem dahingeworfenen Begriff „Lee-Erosion“. So die Abbildungen 5 und 6 der begleitenden „Fotodokumention“.

Bitte beachten Sie auch den diesem Beitrag angehängten, bebilderten ergänzenden Kommentar.

Schon VOR dem Starkwind-Stauhochwasser war der Sand massiv abgetragen

Es ist irritierend wenn nicht gar verstörend, in der Sitzung der Stadtvertretung am Donnerstag, den 12. Oktober 2017, während der gesamten Erörterung mitanhören zu müssen, dass alle nur immer von der einen vorgeblichen Sturmflut in der Nacht vom 04. auf den 05. Januar sprechen obwohl sofort nach Beendigung der Aufspülarbeiten und besonders im Dezember 2016 der Sandabtrag begann.
Schon da war zu erkennen, dass die sieben „Testbuhnen“-Holzpfahlreihen im westlichen Feld bei nur moderat höherem Wasserstand nicht die geringste Wirkung entfalten um dem permanenten Sandverlust entgegen zu wirken. Von noch größerer Bedeutung ist, dass die Buhnenfelder einer Belastung des Ufers bzw. des Strandwalls durch brechende und anbrandende Wellen nichts, aber auch rein gar nichts entgegen zu setzen haben. In dem Bauplanungs- und Durchführungsgutachten steht entsprechend auch nichts dazu. Es fehlt jegliche Analyse erhoffter Effekte bei deutlich höherem Wasserstand!

Wie kann die gesamte „Diskussion“ so an der Realität vorbei laufen? Doch nur, wenn die Hoffnung auf Exculpation eine solch verzerrte Interpretation der nicht verstandenen hydromechanischen Prozesse herbei beschwört. Das ist „Buhnismus“, die fast religiös verblendete Beschwörung eines falschen Mantras, demnach „durchlässige Holzpfahlbuhnen wirken“. Nein, sie wirken nicht, und da braucht es keine weiteren vier Jahre eines intransparenten Monitorings.
Er wird nicht besser — egal wieviel Sand auch immer da noch wieder hingespült werden soll.
Tatsächlich lässt der hier nach extern auf die Lübecker Nachrichten / LN-Online verlinkte Artikel  http://www.ln-online.de/Lokales/Ostholstein/Wenn-die-Ostsee-den-Sand-frisst über die Situation schon in der Vorwoche zur vermeintlichen Sturmflut, in der eigentlich nichts Ungewöhnliches passierte, hellhörig werden: Von Seiten der HVB gab es mitnichten auch nur das geringste Signal, frühzeitig über die Lage vor Ort Informationen auszutauschen. Für mich gab es da auch kein Herankommen, wie es sich im weiteren Verlauf des Sommers noch herausstellen sollte.
Das war auch zuvor schon Ende November 2015 so: Ich gab dem weiteren Geschäftsführer der HVB, Herrn Wohnrade einen Text herein, der kurz darauf dann von der Heiligenhafener Post abgedruckt wurde. Nein, Herr Wohnrade hielt es nicht einmal für nötig, auch nur kurz anzurufen. Es ist keine Führungskompetenz, Skeptiker am liebsten ganz kaltzustellen. Das nenne ich vor dem Hintergrund heutiger, belegter  Erfahrungen mit den verantwortlichen Leitern des städtischen Eigenbetriebes „wurschtige Ignoranz„. Und darüber lässt das Stadtparlament zu, dass die öffentliche Kasse leer gefahren wird?

Bitte, Herr Bürgervorsteher Grönwald, machen sie dem als oberster Interessensvertreter der örtlichen Bevölkerung ein Ende! Die Gemeindeordnung sieht Sie in dieser Position.

Bericht zur Sonder-Sitzung der Stadtvertretung am 12. Oktober 2017

Bericht zur Sonder-Sitzung der Stadtvertretung am 12. Oktober 2017 um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses der Stadt Heiligenhafen:

Tagesordnung:

1. Feststellen der Beschlussfähigkeit
2. Genehmigung der Tagesordnung
3. Einwohnerfragestunde
4. Einwendungen gegen die Niederschrift [Anm.: bezüglich der vorhergehenden Sitzung]
5. Mitteilungen des Bürgermeisters
6. Strandaufspülung im Bereich des Badestrandes Steinwarder Außenküste in Folge der Sturmflut vom 4./5. Januar 2017
hier: Vergabe der Ingenieursleistungen [Anm.: Bautechn. Begleitung durch externes Fachwissen]
7. Strandaufspülung im Bereich des Badestrandes Steinwarder Außenküste in Folge der Sturmflut vom 4./5. Januar 2017
hier: Vergabe der Bauleistungen [Anm.: Der eigentliche Bauauftrag]
8. Anfragen und Verschiedenes

Auf die Unterschreitung der Ladungsfrist gem. § 34 Abs. 3 GO und § 6Abs. 3‑GeschO der Stadtvertretung wird hingewiesen.


Die vorstehende Tagesordnung trägt „Mit freundlichem Gruß“ die Zeichnung des Bürgervorstehers Gottfried Grönwald.
Die Beschlussvorlagen zur Sitzung gemäß Tagesordnung sind von Bürgermeister Heiko Müller unterschrieben und tragen das Datum von Montag, den 09. Oktober 2017.
[Die Anmerkungen oben in eckigen Klammern sind zur Erläuterung zugefügt]


Die erst am Mittwoch, d. 11.Oktober 2017, in der „Heiligenhafener Post“als amtlichem Mitteilungsblatt bekanntgegebene Sitzung ist aus meiner Wahrnehmung ein Schaustück, wie trotz erheblicher thematischer Vorlaufzeit seit Jahresanfang die Entscheidung der Stadtvertreter unter inakzeptablen Zeit- und Entscheidungsdruck gestellt war.
In einer komplizierten Thematik, die verbissen seit Jahrzehnten rein meinungsbasiert geführt wird da es an profunden fachlichen Unterlagen und kompetenter bautechnischer Begleitung fehlt, sollten die Stadtvertreter/Innen durch eine Entscheidung erneut erhebliche finanzielle Konsequenzen durchdenken, abwägen und entscheiden.
Das war für mich Anlass, den in dieser meiner Webseite www.niclas-boldt.de veröffentlichten Beitrag über Nacht zu erstellen und am Mittwochmorgen scharf zu schalten. Kenntnis von der so kurzfristig einberufenen Sitzung hatte ich allein durch Beobachtung der Sitzungstermine in der Webseite der Stadt Heiligenhafen.
Bereits am Morgen des 11. Oktober in der Zeit zwischen 07:00 und 08:00 Uhr informierte ich den Bürgermeister, den Bürgervorsteher sowie über die mir im Internet zugänglichen offiziellen Kontaktdaten die Ortsverbände der im Stadtparlament vertretenen Parteien (CDU | SPD | Bündnis90/Gruene | FDP) und Gruppierung (BfH). Von daher hat das gesamte politische Gremium mit dem in meiner Webseite publizierten Hintergrundwissen noch rechtzeitig und belegbar in Kontakt kommen können. Das ist offenbar auch erfolgt.

Vor diesem Hintergrund versprach die Sitzung am 12. Oktober 2017 einen spannenden Verlauf:

Von den 19 Stadtvertretern waren nur 13 anwesend, die fehlenden entschuldigt.
Als Repräsentanten der Stadtverwaltung waren nur der Büroleitende Beamte sowie der Leiter des Bauamtes, Herr Pfündl, zugegen. Der Bürgermeister Herr Heiko Müller selbst war (urlaubsbedingt?) abwesend.
Von Seiten der Presse / der Heiligenhafener Post war nur Herr Peter Foth zugegen, dessen Kürzel „ft“ Sie bereits in meinem Kommentar vom 11. Oktober 2017 00:29 zum davor stehenden eigenen Beitrag wahrnehmen konnten.

Im Publikum saßen nur 10 Beobachter bzw. Zuhörer, von denen bis auf einen Herren eigentlich alle zu den „Stammgästen“ zählen, zwei zudem bürgerliche Mitglieder in dem einen und anderen Ausschuss sind, und zwei Vertreterinnen des Jugendbeirates. Also nur 10 von knapp 10.000 Einwohnern, die mittelbar durch finanzielle Belastung infolge der Beschlüsse betroffen sind. Eindeutig zu wenige…

TOP 1:    Beschlussfähigkeit war gegeben

TOP2:    Offenkundig war Frau SV Rübenkamp gut vorbereitet. Sehr richtig bat sie darum, TOP6 und TOP7 gegeneinander zu tauschen da es keinen Sinn macht, erst über die Ingenieursleistungen abzustimmen ohne zu wissen, ob es zu einem Beschluss über die Vergabe der Bauleistungen, insbesondere der Sandaufspülungen, überhaupt kommt. Dem wurde einstimmig gefolgt.
[Anm.: Diese sinnhafte Reihenfolge hätte von Seiten der verantwortlichen Sitzungsleitung von vornherein hergestellt sein können und müssen, was nicht für gute Vorbereitung spricht.]

TOP3:    Die erste Klippe dieser Sitzung war  –so mein Empfinden–  die Bürgerfragestunde. Aufgrund der längeren Vorgeschichte wurde offenbar erwartet, dass „Bürger Boldt“ (so mehrfach die LN) die Sitzungsteilnehmer wie vielfach zuvor gerade zu diesem Thema mit Fragen quält. Es meldete sich stattdessen zunächst ein Bürger, der eine ihm mißliebige Begegnung mit skateboardfahrenden Kindern/Jugendlichen hatte, die ihn „fast vom Fahrrad gerissen hätten“.
Seine Frage: „Was meint die Politik denn tun zu können, damit die Halbwüchsigen nicht dort herumtollen, wo sie andere „unbescholtene Bürger“ gefährden?“
Ja, das ist ein großes, schlimmes Problem… Da muss die Politik eingreifen, denn wer kann denn schon selbst das Gespräch mit den Kids suchen und für Verständigung und Einsicht werben? […rolleyes…]
Dennoch: Besonders Herr SV Karschnick versuchte langmütig, auch die straßenverkehrsrechtlichen Aspekte zu erläutern. Auch diverse Hinweise auf Maßnahmen der Vergangenheit, die Skaterbahn etc., erfolgten. Es liegt nun aber ‚mal in der Natur der Sache, dass die Jugendlichen sich immer wieder neu finden und sich ihre Plätze und Räume suchen. [Richtig!] Ein gute Idee hatte Frau SV Waschner, indem sie auf den bestehenden Jugendbeirat verwies, der im Publikum vertreten war.

Nach dieser ersten Frage richtete der Bürgervorsteher sein Wort erneut an das Publikum: „Sind noch weitere Fragen?“, mit Blick in meine Richtung. Ich erklärte mich so: „Nein, ich habe keine Frage, da ja bereits Antworten von mir im Raum stehen.“
Kurz allseitiges leicht befreites Auflachen.
[Puh, diese Klippe ist umschifft… (Aufatmen beim Bürgervorsteher)]

TOP4:    Frau SV Rübenkamp führt eine kleine Korrektur der Niederschrift der letzten Versammlung herbei

TOP5:    Mitteilungen des Bürgermeisters: Keine. Er ist ja nicht anwesend…

TOP7:    Herr Bürgervorsteher Grönwald führt knapp in den Beratungsgegenstand ein. „Möchte jemand was dazu sagen?“

Frau SV Rübenkamp (SPD): „Wir (Partei/Fraktion) haben uns dazu weiter beraten. Wir argumentieren im wesentlichen wie die Beschlussvorlage. Wegen der Sturmflut (!) müssen wir uns dieser Maßnahme stellen. Aber: Wir bemängeln die Kurzfristigkeit dieses Entschließungsantrages!
Inhaltlich hat sich Frau Rübenkamp zu Details geäußert, die ich bereits in meinem zuvor publizierten Beitrag beleuchtet oder angerissen hatte:
„An welchen Stellen soll aufgespült werden?“
„Würde das Monitoring an den Testbuhnenfeldern nicht verfälscht werden?“
„Warum muss der Auftrag vor den Herbst- und Winterstürmen erteilt werden?“
„Da wir ca. 350.000 EUR selbst beisteuern müssen ist das Geld weg wenn im Frühjahr wieder das gleiche Problem auftaucht, um den Strand wieder für die Sommersaison herzustellen.“
„Wir verzichten entweder auf die Fördergelder, oder wir beantragen diese, dann aber mit Verlagerung der Zeitfenster!“

Herr SV Karschnick (CDU): „Die CDU hat eine ähnliche Sichtweise!“
Herr Karschnick wendet sich an den Bauamtsleiter Herrn Pfündl und sagt: „Ich sehe nur die Ausschreibungen zu den Sandaufspülungen, nichts zu den weiteren Schäden. Wie steht es damit?“

Es ist zu erkennen, dass Herr SV Karschnick gern den Bürgermeister selbst mit dieser Frage konfrontiert hätte, zumal der das Geld ja wohl beim Land eingeworben hat. Der Bürgermeister ist allerdings nicht anwesend. So steht Herr Pfündl nun allein im Regen …

Herr Pfündl, Bau-Ingenieur und Leiter des Bauamtes, antwortet sehr konzentriert und bemüht:
„Ich will weiter ausholen: In der Sturmflutnacht (!) haben wir Schäden gehabt, die teilweise schon behoben sind. Schäden an der Brücke (12.000 EUR / Badebrücke vor der DLRG Hauptwache?), am Steindeckwerk vom Seepark (ca. 50.000 EUR, noch offen), und insbesondere die Sand-Rettungsaktion (siehe dazu meinen Leserbrief in der HeiPo vom 06. oder 09. Januar 2017) der HVB durch die Firma „von Schönfels“ mit rund 110.000 EUR Netto. Diese Kosten sind zunächst von der HVB verauslagt worden.
In Gesprächen mit der Fachbehörde, dem Landesamt für Küsten- und Naturschutz, ist nach langen Verhandlungen ein Schaden durch Sandverlust in Höhe von 35.000 m³ anerkannt worden. Die Förderstelle / das LKN ist bereit, einen Sandverlust von 22.000 m³ zu übernehmen. Das bedeutet, der Förderbescheid nennt einen Betrag von 290.000 EUR für die Sandaufspülung.
Insgesamt erkannt das Land einen Schaden von 430.000 EUR an. Davon will die Behörde die Hälfte zahlen. Daraus ergibt sich die Förderbescheid genannte Höchstgrenze von rund 215.000 EUR.“

Dagegen, so Herr Pfündl, „haben wir schon Einspruch eingelegt“: Die Minderung der anerkannten Gesamtmenge stellen eine lineare Kürzung dar, obwohl einige Positionen in den entstehenden Kosten konstant sind, also unabhängig von der Fördermenge. Es sind dieses insbesondere die Baustelleneinrichtung und die Verlegung der Aufspülleitungen.

„Jetzt haben wir zudem eine besonders schwierige Situation wegen der Eilbedürftigkeit. Eine Durchführung der Maßnahme bis Ende Oktober ist gerade noch VOB-konform.“ [VOB: Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, ein Regelwerk besonders zur Steuerung von öffentlichen Baumaßnahmen]

Die Behörde hat sich das einfach gemacht.“

Des weiteren trug Herr Pfündl vor, er „habe große Bauchschmerzen, wenn die Steinschüttung bzw. die Fusspfahlreihen am Uferdeckwerk des Seeparks nicht repariert werden“. Auch drängt die Firma Rohde-Nielsen sehr, um die Sandaufspülung (siehe Seite 9 :: 44.000 m³) in Heiligenhafen gleich im Anschluss an die Strandverbesserung in Burg-Tiefe angehen zu können. Es mag fraglich bleiben, ob die Firma im Frühjahr noch zu bekommen ist.
Es ist aber nicht geklärt, „wo, wann und wie schütten wir auf?

Frau SV Rübenkamp stellt eine Zwischenfrage: „Kann man die Sandmassen nicht zunächst an einem anderen Ort zwischenlagern und erst zu Saisonbeginn zur Strandverbesserung einsetzen?

Herr Pfündl antwortet darauf: „Ein Depot anzulegen ist technisch problematisch und nicht vertretbar in den weiteren Kosten. Es ist einfach nur schweineteuer…“
Weiter fragt er: „Warum diese Eile?“ „Mittlerweile müssen auch von anderer Seite kritische Fragen an die Behörde aufgelaufen sein! Auch für andere betroffene Gemeinden sind die Zeitfenster sehr knapp bemessen.“
„Wir sind jetzt direkt abhängig von der Firma Rohde-Nielsen (Sand- Spül- und Baggerarbeiten). Das ist für uns eine sehr schwierige Situation!“
[Ich kann Herrn Pfündl voll verstehen…]

(Es folgte eine kurze Diskussion unter mehreren Stadtvertretern…)

Herr Pfündl: „Ich bin überfragt was passiert, wenn wir nur die „kleinen“ Schäden angehen, aber den Sand lassen.“ [Erkennbar hätte Herr Pfündl an dieser Stelle die Unterstützung seines Chefs, des Bürgermeisters als Betreiber der Fördermitteleinwerbung, gebraucht…]

Sein Fazit: „So ein komplexes Problem habe ich in meiner Laufbahn noch nicht erlebt!“

Weiter trägt Herr Pfündl vor:
„Ich habe die Kosten für das Deckwerk mit 56.000 EUR gerechnet.“
„Wir haben von Seiten der Verwaltung alles getan. Wir haben auch Rücksprache mit dem Ingenieurbüro Wald & Kunath gehalten. Der Förderstelle ist es völlig egal, wenn sich stadtseitig die Dinge ändern. Die Fördergelder sind gedeckelt. Egal was das am Ende alles kostet – es gibt höchstens nur die bewilligte Summe.“
„Weil die Gesamtkosten tatsächlich eher bei 800.000 EUR liegen, kommen wir nur auf eine Förderquote von 25 bis 30 %!“ [Somit liegt der Kostenanteil allein der Stadt Heiligenhafen bei fast 580.000 EUR, wobei die Nachhaltigkeit von Sandaufspülungen in höchstem Grade in Frage zustellen ist, so meine weiter in dieser Webseite auszuführende Argumentation.]

Frau SV Rübenkamp empört sich [berechtigt]: „Das kann doch nicht sein, dass sich das Wirtschaftsministerium so unverständig gibt!

Herr Pfündl berichtigt dahingehend, dass die Verantwortung dort eher beim Tourismus-Ressort liegt, dem die technische Seite mehr oder weniger egal zu sein scheint. So hat Burg auf Fehmarn den Zuwendungsbescheid drei Wochen eher als Heiligenhafen erhalten.
Es ist fraglich, ob die Förderung noch für den März oder April des kommenden Jahres eingeholt werden kann und Rohde-Nielsen dann erst liefert. Der Bauamtsleiter wiederholt, dass überschlägig bei einem Förderbetrag von 216.000 EUR maximal eine Förderquote von 25 bis 30 % erzielt wird.

Frau SV Steuck (SPD) fragt nach anderen/weiteren Kosten.

Herr Pfündl fasst noch einmal zusammen, dass diese bei etwa 70.000 EUR liegen und weitgehend schon abgedeckt sind, allerdings bis auf die darin größte Position der Reparatur des Deckwerkes am Seepark. Mahnend erinnert er die Sitzungsteilnehmer daran, dass „es immer um die Anerkennung der förderfähigen Kosten geht.“ „Nicht zu vergessen, dass die HVB ja schon fast 180.000 in diesem Zusammenhang investiert hat!“ [Mein Gedanke dazu: „… im Wasser versenkt hat…“]

Herr SV Karschnick (CDU) bringt ein, dass er  –um zu einem Ergebnis zu kommen–  „den Antrag stellen wird, der Beschlussvorlage unter Vorbehalt zuzustimmen, wenn

  • der Termin für die Durchführung der Sandaufspülung auf das Frühjahr verlegt wird,
  • die weiteren Kosten bekannt sind und
  • die Förderung steht.

Wir wollen das anschieben, aber erst im Frühjahr loslegen.“
„Wenn einer der drei Punkte nicht klar ist, dann beerdigen wir das!“
„Wir müssen das so anschieben, sonst muss man auch mal das Ministerium hinterfragen!“
[Ja, richtig, Herr Karschnick. Ich bin dabei!]

Herr SV Rehse fragt in Richtung Herrn Pfündl’s noch einmal zur Klarstellung nach:
In den Beschlussvorlagen „geht’s nur um Sand, nicht um Steine, wenn ich das so lese… Warum?“

Herr Pfündl gibt als Antwort Auskunft zum Stand der weiteren Ausschreibungen. So seien die Angebote zu den Arbeiten am Deckwerk des Seeparks gerade erst eingegangen und eröffnet, aber noch nicht ausgewertet. Dafür bräuchte das Bauamt noch einige Tage.

Herr Bürgervorsteher Grönwald nimmt schließend die Diskussion wieder an sich und fasst zusammen, dass noch viel zu viele Fragen offen sind. „Da müssen wir noch mal eine neue Sitzung machen, dann schieben wir das jetzt!“
Wenn wir jetzt beschließen, dann wartet nur der eine oder andere Bürger darauf uns hier aufzuspießen!“ und spricht das in meine Richtung. Ich nehme Blick und Rede auf und erwidere laut: „Ja, genau!“, wobei wir eigentlich alle kurz erleichtert lachen…
Dabei ist die Situation für das Stadtparlament in dieser Angelegenheit weder leicht noch lustig.

Herr Pfündl fügt hinzu, seitens des Ministeriums besteht eigentlich kein Spielraum, aber „wir versuchen zu klären ob es nicht doch möglich ist, mehr Zeit zu bekommen um überhaupt eine tragfähige Basis zu finden“.

Herr Bürgervorsteher Grönwald fasst zusammen: „Also noch kein Beschluss. Dann können wir da noch ‚mal überlegen.“

Frau SV Rübenkamp hakt bei Herrn Pfündl noch einmal nach:
„Warum wird mit Wald & Kunath wieder ein externes Büro eingeschaltet?“
„Warum können wir die Ingenieurs-Leistung nicht hier vor Ort einkaufen?“
„Ich meine das jetzt ganz ernst!“

Thumbnail zur Verlinkung auf die Webseiten von LN-Online.de mit freundlicher Genehmigung vom 16.10.2017

[ >>KLICK<<  in’s Bild!]    Abbruchkante an „Turm 5“, Heiligenhafen. Aufgenommen am 28.12.2016, veröffentlicht in den „Lübecker Nachrichten“ am 30. 12.2016 mit Bild und Text von MANTIK

Herr Pfündl gibt die Auskunft, für eine solche komplexe Aufgabe „haben wir die Kapazitäten selbst dann doch nicht im Haus.“

Herr SV Karschnick (CDU) kommentiert diese Antwort vom Leiter des Bauamtes dann wie folgt: „Wir hören vom Chef, wir können das alles auch selbst. Wenn Sie sagen, Herr Pfündl, wir können das zwar machen aber haben nicht die personellen Ressourcen … – dann das eine klare und ausreichende Antwort!“

Herr Bürgervorsteher Grönwald beendet die umfangreiche und disziplinierte Erörterung zum Thema „Beseitigung der Schäden aus der Sturmflut vom 04./05. Januar 2017″ mit der Bemerkung, „es ist also noch etwas Zeit“.

Es wird beschlossen, vorerst keinen Beschluss herbeizuführen.  (!)


TOP8:    Es folgt noch eine kurze Sachverhaltsklärung, initiiert von Frau SV Rübenkamp, zu einer anderen Frage in Bezug auf einen offenen Rechnungsausgleich zwischen der Stadt Heiligenhafen und dem Eigenbetrieb HVB. Das lasse ich hier in meinem „Sitzungsprotokoll“ jetzt einfach aus.
Nur soviel: Herr Pfündl als letztlich einzig anwesender Auskunftgeber war da im Detail wohl auch nicht in allen Einzelheiten im Bilde. Wie auch. Er wollte die Frage aber mitnehmen und zur nächsten Sitzung für Klärung sorgen.
…und zu einem weiteren Thema fasste auch Frau SV Steuck nach. Die Antwort hörte sich gut an, das Thema bekommt auch in dieser Webseite noch einen Platz…

Um 20:17 endete die denkwürdige Sitzung. Zu Donnerstag, den 26. Oktober 2017 um 19:30 Uhr, ist erneut eine Sondersitzung zum Thema „Strand und Sand“ angesetzt.


Hier mein Fazit:
Es kann nicht angehen, dass aus eklatantem Versagen anderer Organe oder Zuständigkeitsebenen hier ein Gremium aus Ehrenamtlern „am letzten Ende“ in große Not kommt. In der Sitzung zeigte sich erneut die tatsächlich falsche Annahme, in Hinblick auf den so schnellen Sandverlust sei die „Sturmflut“ vom 04./05. Januar 2017 ursächlich. Nein, denn die besaß gar nicht die Merkmale eines Hochwassers der hier wirklich gefährlichen Art, was ich an anderer Stelle in meinen Webseiten noch weiter ausführe.
Die Stadt Heiligenhafen bzw. der offensichtlich am Bauamt vorbei dafür herangezogene Eigenbetrieb HVB, geführt von „Touristikern“ die Verwaltung gelernt haben, ist mit dem „Testbuhnen-Projekt mit umfangreichen Sandaufspülungen“ einem Konzept aufgesessen, welches gröbste fachliche Fehler aufweist. Diese hätten von den mehreren einbezogenen „Experten“ gesehen werden müssen. Es sind allerdings Rahmenbedingungen und Einflussgrößen übersehen worden, die elementar, aber teilweise auch sehr speziell sind. Es lassen sich eben nicht Modellannahmen aus Tankversuchen 1:1 in die Natur übertragen, weil das theoretische Modell eben nur einen sehr beschränkten Katalog an Grundannahmen abbilden kann. Es gibt hier Einflussgrößen, die selbst ein Professor seines Faches nicht mal eben so mit einem Spaziergang entlang des Ufersaumes erkennen oder gar aus einem Google-Earth-Luftbild ablesen kann.

Es kann auch nicht allein darum gehen, dass der Bürgermeister „erfolgreich“ Geld einwirbt. Maßgeblich in der Entscheidung muss sein: Werden die von unserer städtischen Gemeinschaft selbst aufzubringenden Mittel tatsächlich nachhaltig eingesetzt?
Die Stadtvertreter/Innen dürften sehr wohl das Gefühl haben, gerade in Bezug auf die Strände nicht gut beraten zu sein.  Ja, das sind sie –SIE– auch wirklich nicht!
Woran erkennen Sie übrigens einen Experten? Der kann vorab erklären, warum etwas ist, und wie es sich entwickelt. Der wirft nicht mit vermeintlich schlauen Fachbegriffen wie etwa „Lee-Erosion“ um sich. Der kann beschreiben, welche komplexen Prozesse dem unterliegen, was meist unerklärt in einem oft zufälligen Bild sichtbar ist…

Warum muss aber der städtische Haushalt dafür herhalten, wenn externe Berater sich mit Test-Szenarien/Test-Buhnenfeldern erst schlau machen wollen?

Ich denke, anstatt dass

  • der Bürgermeister sich rühmt Geld zu beschaffen,
  • das Parlament sich genötigt sieht fremdem Geld auch noch ein Mehrfaches an „eigenem“ hinterher zu schmeißen (noch dazu nutzlos ins Wasser),
  • der Bauamtsleiter sich wohl recht allein gelassen fühlt (vielleicht auch, weil die Zuwendungsbescheide einen Rahmen setzen, der besserem eigenen Ingenieurswissen zuwider läuft),

sollten alle Gremien der Stadt Heiligenhafen entschieden Ersatz für die Kosten und den Schaden von Seiten der Landesregierung fordern, die uns hier zum Spielball von praxisfernen Theoretikern und Jüngern verengter Sichtweisen und naiven Hoffnungen machen.

Glaubt denn wirklich jemand, der sich nicht selbst belügt, die Zahnstocherreihen der Test-Buhnenfelder bewirken irgend etwas? Was ist, wenn bei Hochwasser die Brecher ungehindert darüber hinweg rollen –und genau das tun sie!– und im östlichen Feld gegen den Strandwall krachen? Wer eine Lösung für dieses Szenario anzubieten hat, der möge sie darstellen. Ich stelle mich gerne auch selbst dazu einem kritischen Disput.

Nur: einen Haufen Sand vor den Strandwall zu kippen ist kurzfristiger Spielkram.
Spundwände und Tetrapoden wollen wir hier auch nicht haben.
Und für das „Monitoring“ (siehe Verlinkung, dort Seite 1 rechts unten!) über einen Fünfjahreszeitraum – haben wir da die Zeit?
Wo sind die Daten der Rostaufnahmen (so heißt das)?
Her damit, offen auf den Tisch!

Auch ich will zum Strand gehen: An einen Sandstrand, groß in der Fläche, weit genug oberhalb des Normalwasserstandes damit der warme Sand auch trocken ist, mit feinem Sand selbst im Wasser, und das Ganze dann auch noch sturmsicher und „aus sich heraus“!

Wir glauben, was wir glauben wollen, …, denn wir sind Laien …

…und fröhlich geht es in die neue Runde die da heißt: „Geld in’s Wasser schmeißen“.
Kommt es so, oder nehmen die Damen und Herren Stadtvertreter ihre Verantwortung wahr und schieben einem untauglichen und höchstgradig fehlerbehaftetem „Konzept“ namens „Test-Buhnenfelder“ kein weiteres Geld mehr hinterher?

An dieser Stelle liegt mir daran, ein persönliches Wort an unsere von den Bürgern gewählten Stadtvertreter zu richten: Ich stelle grundsätzlich nicht in Abrede, dass Sie der Überzeugung sind in Ihrem Ehrenamt aus guten Absichten heraus Zeit und Nerven einsetzen. Und ja, letztere habe ich in etlichen der vergangenen Ausschuss- und Parlamentssitzungen im Rahmen der jeweiligen Bürgerfragestunde arg strapaziert.
Die gestellten Fragen bereite ich in dieser Webseite weiter auf und stelle darüber den größeren Gesamtzusammenhang dar.
Was ich herausarbeiten will und aufzeigen werde ist, dass Sie als Repräsentanten des (vermuteten) Willens der Sie wählenden Bevölkerung in eine Defensive geraten sind, die Ihnen vielleicht nicht klar bewusst ist, doch mindestens den Spaß am Ehrenamt nimmt. Ich habe den frustrierten Ausspruch des Ersten Stadtrates Herrn Karschnick schon vor Monaten in diese Richtung nicht überhört. Und nicht ohne Grund habe ich am Montag, den 25. September 2017, den Vorwurf der Lüge seitens des Bürgervorstehers Grönwald in meine Richtung im Zuge des aufgerissenen Wortgefechtes entschieden zurückgewiesen und mit den Worten: „Herr Bürgervorsteher, Sie nehmen Ihre Aufgabe nicht wahr. Treten Sie zurück!“ einen nötigen Schritt zur Gesundung der diese Gemeinde steuernden Struktur eingefordert.

Es liegt in der Verantwortung des Bürgervorstehers, welche Themen auf die Tagesordnung des Stadtparlamentes kommen, und welche Qualität die Sitzungs- und Beschlussvorlagen haben. Und wenn da so ein unausgegorener Schrott  –anders kann man das nicht bezeichnen–  wie jüngst zum Thema „Museumshafen“ zur Abstimmung gestellt wird, dann sind an Zahl und Tiefe folgende Konflikte zwischen übergangener, ja in Teilen richtig abgehängter Amtsverwaltung, einer sachlich und fachlich überforderten Parallelstruktur namens HVB, deren Geschäftsführer zu rechtlich haltlosem Handeln in der Lage sind bis dahin dass Fragen aus den Reihen der Stadtvertreter wissentlich unwahr beantwortet werden und das Parlament sich damit dann auch selbstgenügsam abspeisen lässt, geradezu zwangsläufig. Nicht zu vergessen, dass die Bürger selbst irgendwann davon genug haben. So geht es mir, vielleicht auch anderen, und deshalb folgt dazu mehr…

Ein konkretes Beispiel für strukturelles Versagen der Entscheidungsprozesse steht schon morgen zur Entscheidung an: Jetzt Donnerstag, den 12. Oktober 2017, tagt  nach einer durchaus mit reichlich Stoff verbundenen Sitzungsperiode kurzfristig einberufen erneut das Stadtparlament.
Sie, hoffentlich am Umgang mit Ihren Steuergeldern interessierte Leser dieser Webseite, können und sollten die laufenden Entscheidungen aufmerksam begleiten: Gehen Sie auf die Webseiten der Stadt Heiligenhafen, klicken Sie in der Navigation links auf „Stadtverwaltung & Politik“, in der neu erscheinenden Navigation links auf „Politik“ und darunter im Sub-Menü auf „Sitzungstermine“. Sie landen dort: http://www.heiligenhafen.de/stadtverwaltung-politik/politik/sitzungstermine.html
Ein >>Klick<< auf die Schaltfläche „[Suchen]“, und schon sehen Sie eine Auflistung der aktuell anstehenden Sitzungstermine. Konkret nun die Sitzung der Stadtvertretung, in der es um die Beseitigung der Hochwasserschäden aus der Starkwindnacht mit Stau-Hochwasser vom 04. auf den 05. Januar 2017 gehen soll. Oder geht es um eine neuerliche Sandaufspülung, um das Versagen des Buhnenprojektes aus dem vergangenen Jahr zu kaschieren?
[Die Sitzungsvorlagen finden Sie verlinkt rechts jeweils unter dem kleinen Info-Button.]

Wir kommen nicht darum herum, hier eine Differenzierung zu fordern: Um was genau geht es?
Ohne Frage sind Schäden an den sogenannten Fußpfahlreihen im Bereich des Uferdeckwerkes am Seepark zwischen der „Hensen“-Buhne bis zur Skulptur „Mann im Sturm“ und weiter entstanden. Wenn die nicht beseitigt werden, dürfte bei der nächsten gravierenden Belastung dort die Promenade unterspült werden und einbrechen, was die Standsicherheit des Deiches antastet und erhebliche Folgekosten nach sich zieht. Fraglos ist ebenfalls die Substanz des Strandwalls östlich der Neuen Seebrücke bis nahe an das früher der Sportjugend des Landes Berlin gehörende Grundstück arg geschwächt worden:
Östliches Testbuhnenfeld, kein Schutz des Strandwalls bei HW
Im Falle einer echten Sturmflut, dann also mit Wind permanent von 8 Windstärken und auch deutlich mehr aus Nordwesten oder Nordost, nicht wie im Januar 2017 aus Nord senkrecht zur hiesigen Küste mit aus dem Langelandsbelt von Norden anströmenden und sich aufstauenden Wassermassen, im Resultat dann mit deutlicher Strömung über die Strände hinweg, besteht ernsthaft die Gefahr eines Durchbruches der Ostsee direkt bis in die Fahrrinne, also der Zufahrt zu den Häfen der HVB, die zuvor bald ein Zweidrittel-Jahrtausend im unmittelbaren Eigentum der Stadt Heiligenhafen standen.

Das sind tatsächlich ernste Schäden, die behoben werden müssen!

Aber: Was soll die erneute Aufspülung von Seesand bewirken, wo doch schon Anfang des Jahres 2016 mit LKW 16.000 Kubikmeter Sand, und im Oktober 2016 weitere 44.000 Kubikmeter „Dänemark“- Seesand an die Badestrände verfrachtet wurden, die tatsächlich schon vor dem Starkwindereignis mit Stauhochwasser in der Nacht vom 4. auf den 5. Januar 2017 in wesentlichen Teilen wieder ins Meer gezogen und nur durch wettertechnisch glückliche Umstände noch nicht vollends durch die Strömung bis an die Warderspitze abtransportiert waren? Die Testbuhnenfelder haben daran keinerlei positiven Einfluss gehabt. Höchstens die geschlossen gerammten, landseitigen Anfangsbereiche der Pfahlreihen zeigten durch Stillwasser-Staubereiche nach Stromluv eine stabilisierende Wirkung. Das ist nicht Meinung, sondern lässt sich klar sowohl hydromechanisch wie auch in der Analyse der Ist-Zustände vor Ort nachweisen. Es braucht bloss offene Augen, und nicht durch vorgefasste ErwartungshaltungEs gibt keine nachhaltige Lösung ohne ganzheitliches Denken verbogenes Denken.
[Vorstehendes Bild beschreibt übrigens die Szene, aus der kurz darauf bei Facebook in der sogenannten „Heiligenhafen-Gruppe“ ein scheinbar beweisendes Bild gepostet wurde. Ohne auf das Umfeld einzugehen oder die Gesamtsituation zu beschreiben, wurde stolz vom Funktionieren der Buhnen gesprochen. Weil überhaupt eine dünne Schicht Sand gesichtet wurde, der auf der „festen Sohle“ des dortigen Seebodens aufgelagert war.]

Besondere Wetter- und Wasserstandslagen lassen sich bekanntlich nicht an bestehende Terminkalender anpassen. So war am 13.09.2017 absehbar, dass am Morgen des 14.09.2017 die Flachwasserbereiche vor den Stränden trocken fallen und ein jeder sich selbst ein Bild davon machen konnte, was genau denn da im Wasser so los ist.
Als ich davon am Ende des tagenden „Ausschuß für gesellschaftliche Angelegenheiten“ im Sitzungssaal mit ausdrücklichem Hinweis, dass es nicht in die Sitzung gehört und auch nicht ins Protokoll, darauf hinweisen wollte (die Sitzung wurde anders als in anderen Gremien in entspannter kommunikativer Offenheit geführt und hob sich somit positiv heraus), war der Tenor der Sitzungsteilnehmer etwa so: „Ja, ja, Herr Boldt, dann gehen Sie man gucken…“. Verständlich in der kurzen Sicht, demnach meine Bürgerfragen nicht wohl gelitten sind. Allerdings: Die letzte Gelegenheit davor, so einen niedrigen Wasserstand zur Begutachtung der Verhältnisse zu nutzen, war im Dezember 2015. Kurz bevor die SPD mit ihrer Kandidatin Frau S. in die Bürgermeisterwahl einstieg, konnte ich mich recht spontan mit dem jüngst sein Mandat niederlegenden Stadtverordneten und (u.a.) Vorsitzenden des Stadtentwicklungsausschuß‘  Herrn Dr. Siebel verabreden, um gemeinsam den Strand bei Niedrigwasser von der Seeseite aus zu inspizieren. Es wäre bestimmt hilfreich für weitere intelligente Entscheidungen in Sachen der Strände vor unserer Stadt gewesen. Leider folgte eine kurzfristige Absage. War ich da schon „politischer Gegner“, mit dem man sich aus Loyalität zur eigenen Partei und Kandidatin nicht mehr zeigen darf?

Was ich mit vorstehendem sagen will: Es geht doch nicht um persönliches Rechthaben und die Verteidigung von Meinungen! Wir müssen darum ringen, gute und nachhaltige Wege zu finden. Dazu gehört, sich zu öffnen und auch mal dem zuzuhören, den man vielleicht überhaupt nicht (mehr) leiden kann. [Beweise zu fordern, noch dazu aus dem Stand, und selbige aber gar nicht annehmen zu wollen, …, ähhh, so aber auch nicht!]

Offensichtlich steht es so zwischen dem Bürgervorsteher und dem Bürgermeister, was sich unbedingt ändern muss. (Diese Bemerkung hier gleichwohl nur am Rande…)

Aber welche Konsequenz mag die Sitzung am Donnerstag nun haben?
Der Bürgermeister hat öffentliche Mittel eingeworben. Unser aller Geld, verantwortet von einer anderen Ebene. Ist das ein „Erfolg“? Ich denke, aus Sicht des Bürgermeisters: „Ja“.
Schließlich wird dieses Organ im Sinne der Kommunalverfassung von der Bevölkerung als die zentrale Figur des Geschehens in der Stadt gesehen. Das verwundert auch nicht, weil die politisch leitende Kraft, repräsentiert durch den Bürgervorsteher als Kopf der Gemeindevertretung, nicht als zweiter stabiler und aktiver Dreh- und Angelpunkt wahrgenommen wird, der dem ausführenden und verantwortlichen Leiter der Verwaltung gute Aufgaben, unterlegt durch kompetente Entscheidungen des Parlamentes, mit auf den Weg gibt. Also handelt der Bürgermeister selbstinitiativ, um der öffentlichen Erwartung nachzukommen. Was verständlich ist, und  –so meine Wahrnehmung seit nun längerem schon–  die Stadtvertreter dazu bringt, den als zu präsent erlebten Bürgermeister durch zunehmende Verlagerung der Handlungsvorgaben auf den stadteigenen, sich längst als eigenständige „privatwirtschaftliche“ Unternehmung verstehenden Betrieb „HVB-KG“ einzugrenzen. Das ist allerdings nicht im Sinne des Gesetzgebers, denn der Bürgermeister ist Dienstherr in allen ausführenden Gliederungen der Gemeindeverwaltung, und deshalb ja auch gegenüber dem Stadtparlament in allen Angelegenheiten berichtspflichtig.

Das Projekt der Strandverbesserungen durch Test-Buhnenfelder und massive Sandaufspülungen zuletzt Ende 2016 wurde von der HVB verantwortet und in die Hände von „Experten“ gegeben, die praktische Expertise offensichtlich gar nicht haben — wie ein jeder unschwer hätte feststellen können und müssen, der sich das zugrunde liegende Konzept nur einmal durchgelesen hätte und was unschwer zu beweisen ist:
Bildvergleich 18-12-2015 mit 12-12-2016

So, und nun sollen die Stadtvertreter ganz schnell entscheiden:
Folgen sie der Beschlussvorlage, wird eine Auftragsvergabe in Höhe von 525.000 EUR ausgelöst, begleitet noch von 40.000 EUR Honorar für Ingenieurleistungen. Weil der Höchstbetrag der Zuwendungen der Investitionsbank des Landes Schleswig-Holstein ausweislich der Sitzungsvorlage 216.000 EUR beträgt, ergeben sich aus dem Haushalt der Stadt Heiligenhafen darzustellende Mittel von fast 350.000 EUR!

Was gibt es dafür? Im wesentlichen eine Menge Sand, die mit einem einzigen und über die Winterzeit sehr wahrscheinlichen Sturm oder auch nur wenigen höheren Wasserständen bei reichlich Brise verschwunden sein wird noch bevor die Saison 2018 nach einem tauglichen Badestrand ruft. So geschah es schon im Dezember 2016.

Zusammen mit den 618.000 EUR (siehe A – Sachverhalt / erster Absatz) aus städtischem Nachschuss in das von der HVB versägte Projekt „Elefantenbrücke“, den 400.000 EUR Bürgschaftslast für die Stadt in Hinblick auf den fragwürdigen (auch dazu wird reichlich Material hier noch online gestellt…) Museumshafen bzw. den dahinter stehenden, von der HVB selbst initiierten „Alibi-Verein“, und den zwar als Aktiva im Haushalt verbuchten Strandverbesserungsmaßnahmen aus 2016, die längst doch an der Warderspitze liegen und mittelfristig Ausbaggerungen dort erforderlich werden lassen, halte ich das nicht für erfolgreiche Parlamentsarbeit.
Dass es sehr wohl auch anders geht zeigte Frau SV Rübenkamp: Für die weiteren Stadtvertreter überraschend zauberte sie jüngst die Idee aus dem Hut, bei der Baumaßnahme „Spundwanderneuerung Südkaje“ im Kommunalhafen das Bauamt wieder einzubinden statt durch die HVB externes Wissen einkaufen zu lassen! Besser und vielleicht als glaubwürdiges Indiz für Ein- und Umkehr fände ich eine Beschlussfassung, die eine klare Beauftragung zur Beseitigung der greifbaren Schäden (s.o.) herbeiführt, doch neuerliche Sandaufspülungen ausklammert. Denn abgesehen von der sicher nur kúrzfristigen, rein kosmetischen Wirkung steht solches auch gegen das Projekt der Testbuhnenfelder, deren erhoffte Wirksamkeit
Zitat eines öffentlichen Statements vom 28-01.2017
durch ein begleitendes, fünfjähriges Monitoring untersucht werden soll.
Es ist doch kein „Erfolg“, wenn der hiesige Oberexperte und Buhnist den Verlust von 60.000 Kubikmetern Sand ausblendet und meint, der bei Niedrigwasser im östlichen Testfeld vorgefundene dünnschichtige, kleine Sandflecken würde die Wirksamkeit der „durchlässigen Holzbuhnen“ belegen.

Dem kann und darf das Stadtparlament nicht folgen, sondern es sollte die Fachleute des Landes wie auch die weiteren beratenden Ingenieure in die Pflicht nehmen, dem Ganzen einen wirklich profunden Unterbau zu verschaffen und die Planungsfehler ohne Belastung des Stadtkasse nachzubessern. Mindestens 10  –ZEHN–  grundsätzliche, gravierende wasserbauliche Fehler in dem 2016 umgesetzten Vorhaben am Strand sind nicht zu tolerieren. Dafür darf die städtische Kasse nicht weiter geplündert werden!
Und ja: Setzt der Bürgervorsteher dazu am Donnerstag nicht ein klares Signal im Interesse des Schutzes des gemeindlichen Vermögens der Heiligenhafener Einwohnerschaft, bleibt erneut zu fragen, ob er sein besoldetes Ehrenamt sachgerecht ausfüllt.

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…der Quell der Erkenntnis ?

Wirkungsweise durchlässiger Pfahlbuhnen für den Küstenschutz – ein Fachaufsatz?

Lesen Sie bitte die Schrift von „Trampenau und Oumeraci“ aus der „Wasserbaulichen Zentralbibliothek“, nachzulesen unter
http://vzb.baw.de/publikationen/die-kueste/0/k064108.pdf

Lesen Sie darin wenigstens den zweiten Satz der vorangestellten Zusammenfassung!

Könnte es sein, dass darin einer laienhaften Idee gefolgt wird, die seit vielleicht zwei Jahrhunderten in der Welt ist, doch tatsächlich eben nicht profundes Erfahrungwissen darstellt? Wie war das einst mit Galileo Galilei?
Warum wird selbst heute die vorgebliche Wirkungsweise von Holzbuhnen nicht richtig verstanden? Wird etwa versucht etwas zu erklären, was eigentlich nie richtig zuende gedacht worden ist? Wenn nicht einmal mit Hilfe von Tankversuchen und modernen Analysemethoden die angebliche Wirkungsweise von „durchlässigen Holzbuhnen“ erklärt werden kann, könnte man doch auf den Gedanken kommen, es ist gar nichts dran?

Es ist an der Zeit, unsere Strände nicht weiter den irrigen Sichtweisen purer theoretischer Überlegungen auszuliefern, die wohl im späteren Teil eines Bauingenieurwesen-Studium von studentischen Kräften zusammengeschrieben wurden. Denn: Wer zahlt die Zeche, wenn das ja schon angeschobene Experiment „Testbuhnenfeld“ fehl geht? Die Gutachter und Ausführungsplaner haben sich fein herausgeschrieben, denn jene weisen darauf hin, dass alles auch noch sehr viel schlechter werden kann.
Nein, wir alle hier in Heiligenhafen werden die Zeche zu zahlen haben…
…der Weg in die Fehlbedarfsgemeinde ist absehbar!