Seefahrt

Ich schrieb:                          (verbreitet per E-mail am 21.09.2017)

Dem Seefahrerverein von 1852 zu Heiligenhafen e.V.  [u.a.]
mit der Bitte um umfängliche Weiterverbreitung

Vor meinem persönlichen Hintergrund der Verbundenheit mit der Seefahrt und dem eigenen Wissen um die schwer zu fassende und zu beschreibende „Gute Seemannschaft“, als Urenkel eines bei Laisz, dann an der amerikanischen Westküste und später bis ins hohe Alter von Heiligenhafen aus fahrenden Segelschiffskapitäns, als jemand, der noch direkte Überlieferungen einer Seefahrt die nicht mehr ist erinnert, der seit frühester Kindheit den Umgang mit Tau und Block, mit Wind und Wetter auf Segelschiffen vielerlei Art vertraut ist unter dem Respekt vor den Seefahrerleben weiterer Verwandter und Bekannter in den vorhergehenden Generationen, der noch von Seglern der nicht elektrischen Zeit auch das Handwerk gehörig sorgfältiger Navigation lernen durfte und noch heute mit dem Pothenot zurande kommt, der selbst im Hafen Holzpfähle rammte, an der Kleinfischerbrücke, an der Nordbrücke, im Yachthafen, der jeden Rammpfahl und jeden Balken der Kutterbrücke mit durch seine Hände nahm, der unversehens selbst Gründungsmitglied des tatsächlich unter falscher Flagge daherkommenden U-Bootes „Museumshafen am Warder“ war und unter lumpigen Umständen abseits von Vereinsrecht und Gesetz von dem „Vereinsvorstand“ aus dem „Verein“ entfernt wurde, von fragwürdigen Leuten aus Bielefeld, die unter „Seefahrt“ die Vorstellung hegen, in muffigen Schiffsbäuchen Seemannsgarn aus einem Stoff zu spinnen, den sie selbst nicht kennen, als Anlass zum „geselligen Beisammensein“ bis die Nasen rot glühen, die nicht wissen was es bedeutet, Fender auch seewärts nach außenbords zu stecken, die nicht einmal in der Lage sind ein Schiff ordentlich überhaupt anzubinden geschweige denn einen Palstek auf nur mehr als eine Art stecken können, wenn überhaupt…

…will ich nicht dazu schweigen, dass nach einem zweidrittel Jahrtausend der Hafen, der großen gemeinsamen Klammer unser aller Heimatverbundenheit hier, still und leise dem direkten Eigentum der Stadt Heiligenhafen entzogen wurde, von Politikern, die das Wesen der Politik und die daraus erwachsende Verpflichtung nicht verstehen oder dem Mandat aus Wahlen im Interesse aller nicht mehr folgen, die sich auf Legerwall befinden doch die lauernden Untiefen nicht sehen (wollen), die keinen guten Kurs steuern und lieber noch die Pinne aus der Hand geben, an Leichtmatrosen auf dem Röttendamper HVB, die nur den kurzen Blick und keinen Respekt vor der Seefahrtsgeschichte haben und auch nicht die Herausforderungen eines heute schon an der Kimm aufkommenden Übermorgen wahrschauen, die im Grunde gegen den sogar von uns, der Mannschaft gewählten Kapitän des Lotsenschiffes namens Verwaltung meutern, zu etwas gemacht wird das uns alle, die Seefahrt als ein Größeres denn allein die Fischerei ansehen, über die Planke schiebt.

Wir kennen uns vielleicht nicht direkt, doch hoffe ich im Sinne der Kurshaltepflicht auf das Interesse des Seefahrervereins von 1852 , den Umtrieben hiesiger Piraten den kühlen und klaren Blick der Salzbuckel und Teerjacken entgegen zu halten.

Bitte nehmen Sie dazu folgendes „Leuchtfeuerverzeichnis“ in den Blick:

http://www.heiligenhafen.de/stadtverwaltung-politik/politik/sitzungstermine.html
[Auf vorstehender Seite nichts eingeben, nur auf „suchen“ klicken]
Aktuell findet sich dort eine ungeheuere Sitzungsvorlage:
http://www.heiligenhafen.de/stadtverwaltung-politik/politik/sitzungstermine_risodokument_dokument_offen_7_954845_ansehen.html

Rufen Sie Ihre Crew an die Riemen, um ein Boot zur Teilnahme an den kommenden Sitzungen der Ausschüsse und des Stadtparlamentes flott zu machen.
Wir sind auf Legerwall, und der Wind im Rathaus ist derzeit kein guter!
Es bleibt nicht einmal Zeit zum Beiliegen und Reffen.

Mast- und Schotbruch,
mit freundlichen Grüßen

Niclas Boldt
Heiligenhafen

[Die für den Versand verwendete Mailadresse hatte ich mir erlaubt aus der offiziellen Webseite  https://seefahrerverein-heiligenhafen.jimdo.com/kontakt/   zu entnehmen.]

[Dieser Artikel soll die Dachseite bilden rund um die Themen, die den Kern des Stadtnamens ausmachen.]

2 Kommentare zu “Seefahrt

  1. Meine Antwort auf die mir zugegangene Frage: „Wieso ist der Hafen weg?“
    Der Hafen steht nicht mehr im Eigentum der kommunalen Gebietskörperschaft „Stadt Heiligenhafen“. (Mit dem Yachthafen und vielen anderen bedeutsamen Assets/Vermögenswerten verhält es sich ähnlich!).
    Laut Liegenschaftskataster sind Eigentümer des Hafens die (verschachtelt konstruierte und nicht wirksam beaufsichtigte) HVB. Die verstehen sich als privates Unternehmen und glauben, nicht mehr unter dem Gesetz der geltenden Gemeindeordnung wie auch einschlägigen Standards des Verwaltungsrechtes zu stehen, was ich belegen kann aus Schriftstücken der „Hafenbetreiber“ die ich legal zur Kenntnis bekommen habe sowie in eigenem Erleben Bestätigung gefunden hat.
    Die HVB haben dem Planer Wefers vorgegeben –hinter verschlossenen Türen und doch belegt–, den zentralen ursprünglichen Hafen nicht mehr „Kommunalhafen“ zu nennen, sondern „Fischerhafen“, womit die schleichende Abwertung hin zu einem touristisch ausgerichteten Spaßbecken mit Fischereidarstellern und Schiffskulissen seinen Anfang nimmt.
    Das allerdings beerdigt die gesamte Seefahrtsgeschichte der Stadt Heiligenhafen, die viel bedeutsamer ist als die relativ kurze Periode der großen Kutter- bzw. Fischfangflotte, die gleichwohl ebenso echten Respekt verdient.
    Es sei daran erinnert: Als man den Fang noch nicht kühlen konnte, diente die Fischerei lediglich der ergänzenden Versorgung der lokalen Bevölkerung. Mit Aufkommen des Fahrrades bedienten die Lüttfischer dann schon auch das Hinterland im alten Kreis Oldenburg.
    Was hier derzeit mit wurstiger Ignoranz vom Stadtparlament unter der Verantwortung des Bürgervorstehers (jetzt Gottfried Grönwald, davor Georg Rehse) mit Füßen getreten wird ist die Tatsache, dass der kommunale Hafen ein „knappes Monopolgut“ ist und damit „Gegenstand der kommunalen Daseinsvorsorge“. Das sind zentrale Rechtsbegriffe, die mehrfach auch schon Gegenstand waren bei klärenden Anfragen an den Gesetzgeber im Deutschen Bundestag wie auch im niedersächsischen Landtag.
    So ist das!

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